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Zeit zum Haus-ruhen: Meditation Space for Creation

Ob Jun Murata selbst meditiert, bevor er Häuser entwirft, wissen wir nicht. Dass seine Kreationen aber ausgesprochen gut aussehen, schon. So wie der »Meditation Space for Creation« in Peking zum Beispiel.

Text: Marko Knab Foto: Presse 18.11.2020 2 min

Ist Architektur erstarrte Musik? Der deutsche Philosoph Schelling sah das zumindest so. Warum der »Meditation Space for Creation« aus recycelten Frachtcontainern dann aber nicht nach Heavy Metal, sondern nach innerer Ruhe aussieht? Kann uns nur der Architekt Jun Murata beantworten. Denn er hat das mit einer Galerie kombinierte Wohnhaus für einen Künstler in Peking entworfen. Aber warum einen scheinbar profanen Frachtcontainer als Unterkunft für einen Künstler? „Der bescheidene Schiffscontainer eignet sich perfekt für die Einrichtung von Kunstgalerien: mit seiner langen und schmale Struktur ist dafür prädestiniert, während der industrielle Look sich in der Welt der zeitgenössischen Kunst zu Hause fühlt“, sagt Murata.

Diese Losung gilt auch im Inneren der meditativ und minimalistisch gehaltenen Struktur. Dafür spielt Murata mit dem natürlichsten Kontrast überhaupt: dem Licht. Je nach Tageszeit ändert sich dabei Anmutung der länglichen Tunnel. Zwischen harten Schatten und einem weichen Licht, das den Gang erfüllt, ist alles möglich. Auch im Inneren des Komplexes ist weniger mehr: dort setzt Murata ebenfalls auf den Standardkontrast Schwarz und Weiß. Zusammen mit den schlichten Wasserbecken am Ende der Gänge entsteht so tatsächlich eine schlicht und ergreifend meditative Unterkunft. Klingt verlockend? Sieht tatsächlich noch besser aus.