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Wilder wird’s nicht: Avalanche 4x4

Noch extremer, noch geländegängiger, noch wilder als der SyberiaRS? Geht eigentlich nicht. Genau das will die »Avalanche 4x4« von Gemballa aber widerlegen. Im Moment aber noch ganz theoretisch auf dem Papier. Ein guter Grund, drei reale Einflüsse von echten Elfern auf die Studie zu untersuchen.

Text: Jack Weil Foto: Gemballa 17.03.2020 3 min

Kein verfrühter Aprilscherz. Und effektiv auch kein Auto aus Zuffenhausen – sondern ein ernst gemeinter Entwurf aus dem benachbarten Leonberg. Die Rede ist vom Gemballa »Avalanche 4x4«. Den hat der gleichnamige Veredler kürzlich als Konzept präsentiert. Wie bei den anderen Avalanche-Modellen aus Leonberg dient ein 911 als Basis. Auch ansonsten ist die Nähe zu Zuffenhausen nicht nur topografisch spürbar. Die fetten Stollenreifen mal beiseite gelassen, gibt es sowohl konzeptionell als auch optisch einige Inspirationen aus der jüngeren Historie von Porsche. Eine kurze Analyse:

Allradantrieb: Porsche 953

1984 hält die Kraftübertragung auf alle vier Räder beim Porsche 953 Einzug in die Welt der Sechszylinder-Boxer. Passenderweise im Rennsport und obendrein auch noch im Gelände. Der verlässliche Allradantrieb beschert neben guter Traktion auch direkt einen Erfolg: den Gesamtsieg bei der Rallye Dakar. Die Porsche Equipe setzt dabei das innovative und robuste System ein, das später auch beim Serien-Supersportler 959 zum Einsatz kommen wird. Den Weg in die Serien-911 findet es leicht verzögert – ist aber seit 1989 festes Element in der Elfer-Modellpalette.

Heckflügel: Porsche 959

Die Dakar-Version des Supersportwagens 959 steht hier zumindest entfernt aerodynamisch Modell. Denn der Technologieträger setzt Mitte der 1980er nicht wie sein Dakar-Vorgänger 953 auf den geschwungenen Turboflügel, sondern auf einen umlaufenden und fließend gestalteten Spoiler, den auch die Straßenversion nutzt. Die »Avalanche« scheint ihn zu adaptieren, entwickelt das Konzept aber offensichtlich weiter – zu einem ausgewachsenen Heckflügel mit zwei Elementen und ohne eingefassten Motorkühler.

Leichtbau & Funktionalität: Porsche 911 RSR

Auch auf befestigten Pisten und in der Gegenwart findet der wilde Entwurf aus Leonberg Inspiration beim Original: Da ist die scheinbar aus Carbon gefertigte Fronthaube, die an das entsprechende Bauteil des 911 RSR erinnert. Und die Spiegel, die sich mit ihrer aerodynamischen Konstruktion ebenfalls an den in Le Mans gestarteten Rennwagen anlehnen. Die Messinstrumente auf dem Dach und die Schnellverschlüsse rund um die Karosserie? Auch schon beim erfolgreichen Boliden aus Weissach bewährt. Und alles in allem Garanten für so manchen Sieg beim Langstreckenklassiker.