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Von wegen durchschnittlich: Modelle von Scaliper

Einen Porsche zerteilen und später wieder zusammensetzen, ohne dass die Ästhetik darunter leidet? Kann wohl nur ein Zauberer. Oder Fouad Matta – denn der Libanese bildet die Linien von Zuffenhausener Sportwagen scheibchenweise mit Stahl, Messing und Kupfer nach.

Text: Marko Knab Foto: Scaliper 10.09.2019 1 min

Dass das Ganze mehr als die Summe seiner Teile ist, lehrte Aristoteles schon in der Antike. Sich eine Scheibe von seiner Weisheit abschneiden? Kann man sich heute entweder durch jahrelanges Philosophiestudium und viel Textarbeit – oder mithilfe einer Porsche Skulptur von Fouad Matta. Der Libanese tritt nämlich mit seinen Metall-Modellen beliebter Sportwagen aus Zuffenhausen und der Welt quasi den automobilen Beweis für die These des weisen Griechen an. Die unter dem Namen Scaliper firmierenden Modelle teilen nämlich bekannte Modelle wie 911, 934 Turbo, Carrera GT oder den neuen Taycan in zahlreiche Scheiben aus Metall, ohne dabei den bewährten Stil der Sportwagen aus Zuffenhausen zu beschneiden.

Dabei macht es für den Fan klassischer Sportwagen keinen Unterschied, welche Wünsche der Kunde hat – denn der Teilhaber einer Metall verarbeitenden Firma ist in fast allen Epochen und Materialien zu Hause. In Stahl, Messing oder Kupfer wird so seit Kurzem seine lange gehegte Idee Realität: alltägliche Arbeit, seine Passion für Autos und bezahlbare Kunst miteinander zu verbinden. Und vor Ende des Jahres soll noch einen Gang hochgeschalten werden: Matta will mit den Skulpturen endlich in den Verkauf starten. Gute Nachrichten, denn so kann man sich das langwierige Studium sparen – und sich nebenbei noch eine Scheibe von der klaren und zeitlosen Designphilosophie des 911 abschneiden.