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Unter acht Minuten

Für den zieht sogar Walter Röhrl einen Helm an: Die Rede ist vom 911 GT3. Denn der erfüllt seit seiner Vorstellung 1999 durchgängig die Anforderungen des Großmeisters für einen Kopfschutz: unter acht Minuten auf der Nürburgring-Nordschleife. Jetzt feiert er seinen 20. Geburtstag.

Text: Alexander Morath & Marko Knab Foto: Porsche 07.08.2019 3 min

Zwei begnadete Könner ihres Fachs zeichneten für die Entwicklung des ersten 911 GT3 verantwortlich: der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl und Roland Kussmaul, seines Zeichens Renningenieur bei Porsche. Kussmaul stand hinter zahl- und siegreichen Rennund Rallye-Porsche. Röhrls und Kussmauls 911 GT3 ist ein renntauglicher Straßensportwagen.

Das einstellbare Fahrwerk liegt drei Zentimeter tiefer als beim Serienpendant. Mit Dünnglas, Kunststoff und Aluminium sowie ohne nennenswerte Komfortdetails wiegt der GT3 lediglich 1.350 Kilogramm, die Bremse ist mit 330-Millimeter-Scheiben üppig dimensioniert.

Der 3,6-Liter-Sauger leistet 100 PS pro Liter Hubraum und ist dank superleichter Bauteile ein Drehzahlbiest. Der Sechsgang-Handschalter beschleunigt in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Im Preis von damals knapp 180.000 Mark enthalten war das Clubsport-Paket, das unter anderem einen Überrollkäfig, Feuerlöscher und Batteriehauptschalter umfasste. Wer’s kann, das versprechen Röhrl und Kussmaul, der umrundet mit dem 911 GT3 die Nürburgring-Nordschleife in unter acht Minuten.

Zum 20-jährigen Jubiläum des 911 GT3 blicken wir auf die sechs Generationen des Hochleistungssportlers zurück.

996.1 GT3

Der erste 911 GT3 rollt 1999 auf die Straßen. Besonders markant: der geschwungene Spoiler, der für mehr Anpressdruck als beim Serienmodell sorgt. Etwaige Ähnlichkeiten zum Entenbürzel des Vorbilds Carrera RS 2.7 aus den Siebzigern: Kein Zufall, sondern volle Absicht beim Nachfolger.

996.2 GT3

2003 macht der GT3 den ersten großen Sprung nach vorne: neuer Heckflügel in Bügelbrett-Optik, 381 statt 360 PS (dank variabler Nockenwellen-Steuerung) sowie eine PCCB-Keramikbremse verhelfen dem 996.2 GT3 zu besseren Fahrleistungen.

997.1 GT3

Nur weitere drei Jahre später wechselt auch der GT3 auf das Chassis der Generation 997. 2006 gibt es neben einer Runderneuerung auch die aktive Radaufhängung PASM (Porsche Active Suspension Management) dazu. Selbstredend steigt auch die Motorleistung: auf ganze 415 PS.

997.2 GT3

2009 wird der 997 auf links gedreht: Der Motor wächst auf 3,8 Liter Hubraum und seine Leistung steigt auf 435 PS, der Unterboden ist jetzt vollverkleidet und der Heckflügel ebenfalls neu. Ergebnis: mehr als doppelt so viel Abtrieb und noch mehr Leistung als beim Vorgänger.

991.1 GT3

Große Geschenke zum 50. Geburtstag des 911: 2013 gibt es mit dem 991 ein komplett neues Fahrzeug, das jetzt 475 Pferdestärken abliefert. Und die lässt der GT3 auf ein Doppelkupplungsgetriebe los. Sahnehäubchen: eine Hinterachslenkung, die das Fahrverhalten noch besser macht.

991.2 GT3

Last but not least: der 991.2 GT3. Erstmals fällt bei der Leistung die 500-PS-Marke. Und außer kosmetischen Veränderungen wie einer überarbeiteten Frontschürze hält eine von Puristen lange herbeigesehnte »alte« Neuheit Einzug: Neben einem Doppelkupplungsgetriebe gibt es den GT3 wieder stilecht mit Handschaltung.