Timo Bernhard: »Ich feile so lange, bis es perfekt ist.«

Ein schneller Tanz mit Timo Bernhard in einem 911 GT2 RS auf dem Eis in Zell am See. Knappe Fragen, knappe Antworten. Der Rest war Gegenlenken und den Drift halten.

Text: Nadine Hanfstein Foto: Matthias Mederer 27.02.2019 2 min

Erfolgsrezept?

»Mein Erfolgsrezept? Kompromisslose Leidenschaft. Während andere Jugendliche sich von ihrem gesparten Geld ein Mofa kauften oder feiern gingen, gab ich alles für den nächsten Satz Reifen aus.«

Wie ist das Fahren auf Eis?

»Auf Eis Rennen zu fahren ist wie Tanzen. Mit dem einzigen Unterschied, dass ich nicht tanzen kann.«

Just for fun oder mit Wettkampfehrgeiz?

»Beim GP Icerace ging es eigentlich nur um den Fahrspaß. Aber sag das mal einem Rennfahrer. Den Wettbewerb kannst du nicht abschalten, du schaust, was der andere macht, und versuchst irgendwie doch, ein Stückchen besser zu sein.«

Wie kamst du zum Rennfahren?

»Schon mit vier Jahren war ich jedes Wochenende mit meinem Vater auf der Rennstrecke. Das prägt. Wenn mich seine Kumpels fragten, was ich mal werden will, sagte ich: Rennfahrer wie ihr. Aber ich möchte damit Geld verdienen.«

Wie gehst du die Dinge im Alltag an?

»Wenn ich neue Hobbys anfange, bin ich wie im Rennsport. Ich feile so lange, bis es perfekt ist. Darunter geht nichts. Einmal meinte ich, mit meinem Kumpel sein Mofa zerlegen zu müssen. Mein Vater hob nur eine Augenbraue. Natürlich haben wir es partout nicht wieder zusammenbekommen.«

Wer war dein erster Förderer im Rennsport?

»Mein erster Förderer kam erstaunlicherweise aus dem Motorradsegment. Aber aufs Motorrad habe ich mich nie getraut. Zu gefährlich.«

Wie bereitest du dich auf ein Rennen vor?

»Zur Vorbereitung nutzen wir keine VR-Technik, sondern einen eigens von Porsche entwickelten Fahrsimulator: eine bewegliche Plattform, auf der ein ganzes Cockpit verbaut ist. Davor ein überdimensionaler halbrunder Bildschirm. Wenn man bei einer starken Bremsung hinter dem Konstrukt steht, sieht man besonders, wie realistisch es ist.«