All translations for this page: Other translations for this page:

Tage des Donners

Dieser Mann denkt bei Porsche nur an drei Ziffern: 911. Und an das Grollen seines rallyetauglichen 200-PS-Exemplars. Auf geht’s in die Berchtesgadener Alpen.

Text: Maximilian Eder Foto: Porsche 12.04.2019 2 min

Manfred Huber gibt noch mal richtig Gas. Der Sechszylinder-Boxermotor seines 911 T durchbricht die Stille der Alpen. Das markante Röhren zieht sich die Kurven vom Tal den Berg auf das Plateau der Roßfeld-Panoramastraße hinauf. An der nach dem deutschen Rallyefahrer benannten Regerkurve folgt ein Griff zum Schalthebel. Ganz cool lässt er den Ur-Elfer durch die spitze Kehre driften. Ohne Unterstützung. Ohne Automatik.

Ferry Porsche sagte einmal, dass er den Wagen, den er suchte, nicht finden konnte und ihn sich selbst baute. Klare Ansage für Huber. Sein nur 900 Kilogramm schwerer, giftgrüner 911 T ist ein Traumwagen. Von Grund auf für seine Bedürfnisse modifiziert: brüllend wie die Lackierung. Der rohe Innenraum und der Überrollkäfig leiten das metallische Kreischen des Boxermotors auch ins Innere relativ ungefiltert weiter.

In einem Kuhstall irgendwo am Rand der Alpen hat er angefangen, an Elfern zu schrauben. Zuerst ein F-Modell, Baujahr 1972, in Blutorange. Öleinfüllstutzen mitten auf der Haube. Der nächste war dann der 911 T, mit dem der Bayer es richtig krachen lassen wollte. Reduzierung auf das Wesentliche: kein Handschuhfach, kein Radio, keine Heizung. Möglichst leicht und sportlich angepasst sollte er sein. Natürlich ohne automatisches Getriebe und nur luftgekühlt. Also definitiv kein Auto für »Preißn«, wie der gestandene Bayer sagen würde.

Er will »jeden einzelnen Stein auf der Straße im Lenkrad spüren«, sagt Huber. Dass er ohne Beine zur Welt kam, hat ihn nicht aufgehalten. Für die Pedale hat er einen speziellen Hebel entwickelt, mit dem er das Fahrzeug per Hand zum Tanzen bringt. Unter Rallyelegende Walter Röhrl lernte er schließlich noch das Driften. Ein stiller Gruß des Rallyeweltmeisters prangt bis heute auf dem Tankdeckel.