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SyberiaRS: »Ich spiele heute noch super gerne im Dreck!«

Porsche und Sibirien? Da war doch was. Kai Burkhard jedenfalls wäre seinerzeit gerne bei der Transsyberia dabei gewesen. Was nicht war, kann man aber mit einem adäquaten Elfer-Umbau zumindest ein wenig nachholen. Er hat sein extrem geländegängiges G-Modell entsprechend »SyberiaRS« getauft. Im Interview berichtet er, wie es dazu kam.

Interview: Marko Knab Foto: Kai Burkhard 09.03.2020 6 min

Hallo Kai, hast Du als Kind gerne im Dreck gespielt?

Wieso als Kind? Ich spiele heute noch super gerne im Dreck! Und ja, auch mein Sohn Nando ist meistens dabei. Egal ob mit den Hunden zu Fuß im Wald oder mit dem Auto auf dem Weg dorthin ... wir können kein Wasserloch auslassen!

Wie kam es dann zu Deinem neuesten Projekt, dem »SyberiaRS«?

Das ist eine lange Geschichte: Im Herbst 2018 wollte ich meinen Fuhrpark um einen echten Army Humvee erweitern. Einfach mal was Ehrliches für besagte Wasserlöcher. Genau so ein Monster wie bei den DMAX Steel Buddies. Probefahrt, »Konfiguration«, Gespräch mit Michael Manousakis – es ging alles ganz schnell. Dann kurzer Flashback: Lkw-Zulassung? Garage? Sohn auf Waldorfschule? Woodland-Lackierung? Und nur ein Top-Speed von 80 Kilometern pro Stunde? Okay, das muss auch anders gehen, dachte ich mir. Und schon war der SyberiaRS geboren.

Wie lange warst Du mit dem Umbau des G-Modells beschäftigt?

Bei unserer Suche nach einer passenden Basis sind wir auf ein 86er G-Modell aus Japan gestoßen – im 1A-Zustand, ein Traum. Als wir es dann hatten, haben wir direkt angefangen. Ich wusste genau, was ich wollte und habe mit meinen Freunden Daniel Lemm und Jürgen Bach von BALE Motorsport zwei perfekte Teamplayer für mein Projekt gefunden. Dabei haben wir auch viel probiert und uns zwischendurch auch mal falsch entschieden. Der Roll-out war dann aber nach 14 Monaten Bauzeit.

Das fertige Auto sieht aus, als wolltest Du eine Expedition nach Sibirien starten. Wann geht’s los?

Mein persönliches Sibirien beginnt direkt vor der Haustür! Der Syberia RS macht überall unfassbar Spaß. Theoretisch könnte ich die Winde um einen Parkautomaten wickeln oder die Fahrtrichtung auch mal über den Grünstreifen wechseln ... ginge alles! (lacht). Natürlich mache ich das nicht. Der SyberiaRS macht den Menschen aber auch so Freude. Er zaubert dir sofort ein Lächeln aufs Gesicht und auch den Leuten, die ihn sehen. Einfach herrlich! Vor allem meinem Sohn, wenn ich ihn morgens zur Schule fahre. Mindestens so spannend wie eine »kleine« Rallye nach Sibirien!

Warum trägt der umgebaute Elfer den Namen der Region in Russland?

Ich bin privat und beruflich ein Fan der Biermarke VELTINS – und die war einer der Top-Sponsoren der Porsche Transsyberia mit dem Cayenne. Ein geiler Event – mit unfassbar tollen Autos. Auch Doc Brandenburg ist damals ein paar Etappen mit einem Safari mitgefahren. Bei mir war es damals aber einfach zu früh in der Karriere, um so ein Abenteuer zu starten. Zwölf Jahre später könnte es jetzt jederzeit losgehen. Und auf dem Dach wäre locker auch noch Platz für ‘ne Kiste alkoholfreies Bier!

Warum hast Du für Dein Projekt einen 911 und kein anderes Fahrzeug genutzt?

Gibt’s noch andere Fahrzeuge außer 911er? Ganz ehrlich – ich habe nie drüber nachgedacht, ein anderes Auto umzubauen. Porsche und Schlammlöcher haben doch eine super Tradition – siehe 911 SC Safari, 953 und 959. Wurde aus meiner Sicht nur Zeit für ein kleines Facelift.

Dann hat der Elfer eine besondere Bedeutung für Dich? Ist er sogar so etwas wie ein Lebensgefühl?

Lebensgefühl ist mir vielleicht ein zu großes Wort. Leben kann ich auch ohne Autos. Aber allein das Gefühl, einen Elfer zu sehen, zu hören oder ihn zu fahren, ist mega. Schon mein erstes »richtiges« Auto war ein Elfer, mein aktuelles Fahrzeug ist ein Elfer, mein nächster wird ein Elfer sein, und natürlich ist der SyberiaRS ein Elfer. Sagen wir es so: Ein Elfer ist eines der guten Gefühle in meinem Leben.

Warum sind riesige Reifen auf 16-Zoll-Fuchsfelgen und der Gelände-Umbau einer Legende kein Sakrileg?

Was gibt es Cooleres, als an einer Legende herumzuschrauben? Denn egal, was du tust, es führt zu Reaktionen, und das macht Freude. Einen VW Jetta umzubauen, macht auch Laune – aber dann würde ich jetzt bestimmt kein Interview mit euch führen! Der Porsche 911 ist eine unantastbare Legende – egal wie groß meine Reifen sind.

Wie hast Du das Feedback der Community empfunden?

Es war und ist unfassbar. Auf dem Instagram-Profil (@syberia_rs) habe ich einfach während der Bauphase ein paar Handy-Bilder gepostet. Eher als private Doku für meine Kumpels. Schon nach kurzer Zeit kamen aber die ersten Kommentare aus der Community. Heute kommentieren sogar Porsche Markenbotschafter wie Patrick Dempsey oder Leh Keen regelmäßig die Posts. Ich bin echt gespannt, was passiert, wenn die ersten Videos on air gehen! Auch der Fahrwerkshersteller H&R hat sich gemeldet – aktuell arbeitet deren Technik-Abteilung an einer Optimierung des Fahrwerks. Sehr cool, wie ich finde. Ach ja, ich habe übrigens jede Ausgabe der ramp in meinem Regal stehen, und dass Ihr euch mal bei mir meldet ... wegen einem meiner Autos ... einfach unfassbar.

Welches Modell fährst Du, wenn Du nicht mit dem »Syberia RS« unterwegs bist?

Zugegeben: Ich habe im Leben viel Glück gehabt und habe deshalb ein wenig Auswahl. Aber der Weg zur Arbeit in meinem 991 Turbo S MK2 ist für mich fast wie Urlaub – zumindest bis das Tor der Tiefgarage aufgeht! (lacht)

Dich fasziniert die Marke Porsche also schon immer?

Ja klar – das fing mit dem Matchbox-Auto an und hört sicher irgendwann im hohen Alter mit dem Matchbox-Auto wieder auf.

Was ist aus Deiner Sicht das Besondere an Autos aus Zuffenhausen?

Die Frage ist zu intim. Wenn ich die ehrlich beantworten würde, gäbe es Ärger mit meiner Frau! (lacht)

Und die wichtigste Frage zum Schluss: Wohin geht die erste Ausfahrt mit dem »Syberia RS«?

Die gab es tatsächlich schon. Ganz ehrlich, es war die Fahrt zum Bäcker ... denn was gibt es Besseres, als ein Sonntagsfrühstück mit Boxersound und Luftkühlung zu beginnen, oder?

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