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Über die »Rückbesinnung auf das Wesentliche«

Die Gestaltungsprinzipien des »Bauhaus« begegnen uns selbst nach 100 Jahren noch. Auch und vor allem: im Fall von Porsche.

Text: Alexander Morath Foto: Presse 09.07.2019 2 min

Schön ist, was funktioniert. Klingelt da was? Richtig: »Bauhaus«. Genauer gesagt: das damit gemeinte Gestaltungsprinzip, das auf das Wirken der gleichnamigen Schule für Kunst-Design und Architektur zurückgeht, die der deutsche Architekt Walter Gropius 1919 in Weimar gegründet hatte. Selbst heute noch, hundert Jahre später, begegnet uns die in konkrete Formsprache übersetzte Liaison aus Kunst und Handwerk unter dem kategorischen Aspekt formaler Reduktion munter bis anregend in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Und das nicht zuletzt überall dort, wo die Sportwagen aus Zuffenhausen zu finden sind. Zufall? »Nein«, meint Chefdesigner Michael Mauer, wenn er im Interview mit dem Christophorus betont, dass er zwischen Porsche und Bauhaus vor allem eine Parallele in dem Verständnis sehe, »wie Produkte oder auch Gebäude gestaltet sein sollten«.

Wahre Worte. Wir sehen sie nämlich auch, die Parallele. Angefangen beim 356 über den Ur-Elfer bis hin zum Cayenne oder dem neuen 992 kommt diese durch eine gleichermaßen reduzierte wie zeitlose Form zum Ausdruck. Aber wie verhält sich dieses Paradigma im Fall der scharfgemachten GT-Modelle? Ist das noch Bauhaus oder schon Expressionismus? Wir denken da spontan an den markanten Heckflügel eines GT3 vom Typ 996, der eher Assoziationen an ein Bügelbrett als an funktionelle Zurückhaltung weckt. Andererseits auch hier: »Form follows Function«. Reduzierung auf das Wesentliche und so. Und das »Wesentliche« ist bei so einem Supersportler wie dem GT3 nun mal das sportliche Vorankommen, womit wir wieder wunderbar schlüssig bei den Bauhaus-Prinzipen und Michael Mauer wären. Der sagte nämlich einmal: »(Ich) plädiere ich stets weniger für radikalen Wandel als vielmehr für die Rückbesinnung auf das Wesentliche.«