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Porsche of the Day: 356 Nr.1

Heute vor genau 72 Jahren bekam der Porsche 356 Nr. 1 Roadster das Kennzeichen »K45-286« für den Straßenverkehr. Mittlerweile steht der Prototyp mit dem Mittelmotor und Gitterrohrrahmen im Zuffenhausener Porsche Museum. Vieles von dem, was den ersten Sportwagen unter dem Namen Porsche ausgezeichnet hat, lebt jedoch bis heute in der Marken-DNA weiter. Ein Überblick.

Text: Alfred Rzyski Foto: Porsche 15.06.2020 3 min

Ein echter Boxer

Inzwischen sind es zwei Zylinder mehr und die Leistung ist auch deutlich höher – das Grundkonzept des Motors ist aber auch nach 72 Jahren noch dasselbe. Schon beim »356 Nr.1« sorgt nämlich ein Antrieb mit gegenüberliegenden Brennkammern für ordentlich Vortrieb. Die 35 PS des 356 Nr.1 klingen heute vielleicht ein wenig schmalbrüstig, sind zur damaligen Zeit aber durchaus sportlich. Und sorgen für nicht zu verachtende 140 km/h Spitzengeschwindigkeit.

Offen für die Welt

Porsche fahren bedeutet offen fahren: In bester Tradition des »Nr.1« bietet Porsche den Serien-356 auch gleich als Cabrio an. Mit Erfolg, denn das Konzept bewährt sich: Als klassischer Roadster, aber auch als »Speedster« und »Targa« setzt sich das besondere Fahrgefühl in der Folge durch. Bis heute, wo sich in den Baureihen 911 und 718 offene Varianten finden.

Goldene Mitte

Zäumen wir das Pferd von hinten auf: Ja, der Heckmotor gehört zu Porsche und prägt die Marke bis heute noch. Aber auch zum Mittelmotor wie dem des »356 Nr. 1« pflegt Zuffenhausen eine besondere Beziehung. Über die Jahrzehnte folgen mit dem 550, 917, Carrera GT und 918 Spyder nämlich immer wieder Ausnahmeboliden, die ebenfalls auf diese Konstruktion setzen. Jüngste Mitglieder dieser erfolgreichen Familie: 718 Cayman und Boxster.

Nimm’s leicht

Der Weg zum eigenen Sportwagen war für Ferry Porsche durchaus nicht leicht. Das Endergebnis aber schon. Mit gerade mal 585 Kilogramm Gewicht ist die »Nr. 1« nämlich ein echter Filou. Erreicht wurde das geringe Gewicht seinerzeit durch einen Stahl-Gitterrohrrahmen, über den eine leichte Aluminiumkarosserie gelegt wurde. Auf die Bauweise wird heute zwar nicht mehr zurückgegriffen – die Maxime des Leichtbaus gilt aber nach wie vor.

(Motor-)Sportwagen

Ein Porsche gehört auf die Rennstrecke. Musste auch Ferry Porsche schon geahnt haben und brachte die »Nr. 1« folgerichtig zum Großen Preis von Bern 1948 mit. Im Rennen selbst tritt der Wagen dabei zwar nicht an, aber man veranstaltet Testfahrten für Journalisten. Die Presse ist sich schnell einig: Der Porsche ist geeignet. Und zwar »nicht nur als Wagen für den täglichen Gebrauch des Sportfahrers, sondern auch für die Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen«. 18 Gesamtsiege in Le Mans später stimmen wir da mal vorsichtig zu.