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Porsche macht den holoride: »VR family!«

Lange Fahrten mit der Familie? Finden manche langweilig. Wird sich aber ändern. Gemeinsam mit dem Tech-Start-up holoride will Porsche dank virtueller Realität jede Fahrt zum Abenteuer machen.

Text: Marko Knab Foto: Shutterstock / studiostoks 23.07.2019 2 min

Porsche lag die Familie schon immer am Herzen. Natürlich gab es nie ein besseres Familienauto als den 911. Mit ihm kam man schließlich schneller zur Arbeit und auch wieder nach Hause. Mehr Zeit, um mit der Familie zu frühstücken. Und pünktlich zurück zum Abendessen. Versprach der Sportwagenbauer 1992 in einer Anzeigenkampagne. So weit, so Neunziger.

Knapp 30 Jahre später hat sich nicht nur das Familienbild geändert – auch Porsche hat weiter am perfekten Familienauto gefeilt und mit Panamera, Cayenne und Macan dem 911 ein paar Viertürer zur Seite gestellt. Die machen die Sache mit dem Ein- und Aussteigen für die Familie etwas bequemer, okay. Aber zukunftsträchtig? Wird’s jetzt!

Porsche Fahrzeuge sollen nämlich für die Passagiere zur virtuellen Unterhaltungswelt werden. Die sieht aus wie folgt: Während der Fahrer seinen Sportwagen durch die Kurven seiner Wahl pilotiert, fliegen die Fahrgäste im Fonds durch das Weltall. Wie das geht? Mithilfe einer VR-Brille, die mit den Sensoren des Fahrzeugs gekoppelt ist. Rechtskurve im Cayenne? Resultiert in einer Rechtskurve im Spiel. Schneller am Ziel, was im Porsche gerne passieren kann? Dann ist das virtuelle Abenteuer automatisch ein bisschen kürzer. Das Zauberwort lautet: Elastic Content. Die Rede ist aber nicht von den Reifen, sondern von der Technik, die die digitalen Inhalte dynamisch an die realen Gegebenheiten der Reise anpasst.

Porsche arbeitet hierfür mit dem Münchener Entertainment-Tech-Start-up holoride zusammen. Innerhalb der nächsten drei Jahre will das Unternehmen die neue Unterhaltungsform mithilfe handelsüblicher VR-Brillen für Passagiere auf dem Rücksitz auf den Markt bringen. Neben den Bewegungen des Fahrzeugs soll auch das Verkehrsgeschehen langfristig Teil des Erlebnisses werden: Stopps an der Ampel wären dann unerwartete Hindernisse in der Handlung oder würden ein Lernprogramm mit einem kurzen Zwischenquiz unterbrechen.

Damit wird die Fahrt des Familienausflugs selbst zum Freizeitparkbesuch. Die Themenwelten: frei wählbar. Angefangen beim Lernspiel über die Raumschiff-Simulation hin zur Reise in prähistorische Welten. Fehlt nur noch der perfekte Soundtrack. Aber den haben Sister Sledge bereits 1978 komponiert: »We are family« – oder ans 21. Jahrhundert angepasst: »VR family«.

© Porsche