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Peter Falk: Just in Time

Beifahrer und Rennleiter, aber auch Hüter der Zeit bei Porsche: Die Rede ist von Peter Falk. Dem Mann, der immer zur rechten Zeit am rechten Ort war.

Text: Michael Petersen Foto: Porsche 22.05.2019 3 min

Falk-Time: Seine Mannschaft kam meist eine halbe Stunde zu früh. Um nur ja nicht zu spät zu erscheinen. Das Wissen, was die (Hundertstel-)-Sekunde geschlagen hat, gehört zu Peter Falk wie der Rennwagen zum Rennfahrer. Im historischen Motorsport testet er die Lichtschranke vor großen Veranstaltungen noch im Hotel. Er baut sie auf zwischen Schlafzimmer und Bad.

Dieses Zeitgefühl lässt ihn den Überblick behalten. Wenn es sein muss, 24 Stunden lang. So wie in Le Mans. Beispiel 1964: Mechaniker rufen dem tief in der Box sitzenden Ingenieur Startnummern zu, als die Rennwagen die Zielgerade entlang rasen. Falk ordnet den Startnummern die Wagen zu, vergleicht sie mit der ganz normal laufenden Uhr. Als »Durchlaufzeit« bezeichnet er diese Sekunden. Falk weiß also, wann ein Wagen die Box passiert. So lässt sich – ganz ohne Taschenrechner –- die Rundenzeit ausrechnen und eine Rundentabelle führen. Und schon wissen Porsches Rennstrategen ganz genau über die Positionen ihrer Wagen und die der Gegner Bescheid.

Einziges Problem: »„Im Motorenlärm war der Ruf der Mechaniker oft schlecht zu verstehen“.« 1965 standen Kopfhörer und Mikrofon bereit. »„Da ging das alles schon viel besser“.« Ablösung? Nichts da. »„Das habe ich immer durchgezogen«“, sagt Falk zu drei Jahrzehnten Le -Mans-Zeitnahme-Erfahrung. Damals optimierte Falk immer wieder die Methoden zur Zeiterfassung. Bis die Computer die von Transpondern notierten Ttausendstels Sekunden in Echtzeit lieferten, war es noch ein weiter Weg.

Peter Falk, Jahrgang 1932, kam 1959 zu Porsche. Fahrversuch, das war die erste Station. Als er im Fahrversuch begann, war er einer von nur zehn Mann in der kleinen Abteilung. Dann folgten für Falk Vorentwicklung und Rennbetreuung. Was die Zahlenfolge 904, 906, 907, 908, 909, 910 und 917 besagt? Richtig, diese Fahrzeuge betreute Falk, viele von ihnen fuhr er bei Tests im Renntempo zwischen 1964 und 1969. Jahre später, zwischen 1982 und 1988, folgte wieder so eine viel sagende Zahlenreihe: 956, 962, 962 C, 959 und TAG Tturbo, CART – Porsches Rennprogramme ohne Rennleiter Peter Falk? Unvorstellbar.

Und die Nummer 911? Da saß er beim allerersten Sporteinsatz dieses Typs neben Herbert Linge. Der Einsatz: Rallye Monte Carlo 1965. Falk ersann einen Vorläufer der modernen Gegensprechanlagen: »Ich sprach in einen dicken Plastikschlauch, der direkt in Herberts Helm führte. Dieses Sprachrohr hat hervorragend funktioniert.« Auf der großen Schleife versank das Rallye-Feld im Schnee. Rennstratege Falk wusste sich zu helfen. Er berichtet: »Per Kompass haben wir die Zeitkontrolle am Ende der Sonderprüfung gefunden, nach uns kam dann keiner mehr.« Linge/Falk wurden mit dem nahezu serienmäßigen 911 Fünfte im Gesamtklassement.

Um Rundenzeiten kümmerte er sich, auch wenn das Werksteam gar nicht am Start war. So in Fuji/Japan im Oktober 1986, WM-Finale der Gruppe C. Wer war nach dem 1.000- Kilometer-Rennen Weltmeister?: Brun- Porsche oder Jaguar? Die offizielle Zeitnahme sprach den Titel den Briten zu. Zunächst. Als Zweifel aufkamen, verglichen Falk und der japanische Zeitnehmer ihre Aufzeichnungen. »Wir haben den Fehler gefunden: Über die Distanz von 225 Runden stimmte das Protokoll um eine Runde nicht“« Wessen Fehler? Der offizielle Zeitnehmer korrigierte, Porsches Kundenteam von Walter Brun erhielt den Titel. Dank der Falk-Time.