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Onassis AIRTIMES 2020: Wie in guten alten Zeiten

Unter strengen Auflagen trafen sich am Wochenende 400 Porsche Fans mit insgesamt 245 Fahrzeugen im Ruhrgebiet. AIRTIMES, das diesjährige Treffen der Onassis-Reihe, befriedigte Sehnsüchte und brachte die Community zusammen. Eine schöne Erinnerung, von der man in diesen Zeiten noch lange zehren kann.

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man die Wörter auf der 18,7 x 7,9 Meter großen Leinwand liest. »16:55 – New York – Gate closed« steht da oder »18:25 – Hong Kong – Check-in.« Passend zur Location, dem Flughafen Essen/Mülheim, flackern fiktive Flugdaten über den riesigen Screen, mit Zielen auf der ganzen Welt. Wie in guten alten Zeiten. Als man in den Flieger einstieg und ihn, schwups, ein paar Stunden später auf der anderen Seite des Globus wieder verließ. Eine nostalgisch-romantische Erinnerung an eine Welt, die einem einst so klein vorkam.

Umso schöner, dass AIRTIMES diese wehmütige Sehnsucht, dieses kollektive Fernweh besänftigte. Zumindest für einen Nachmittag. Unter strengsten Hygienevorschriften fand am 5. September das diesjährige Porsche Treffen der kultigen Onassis-Reihe statt. Insgesamt 245 überwiegend luftgekühlte, teils auch moderne Schmuckstücke reihten sich auf dem weitläufigen Gelände nebeneinander. Im Schatten eines gigantischen Zeppelins und dessen Garage, gleich daneben mehrere Hangars. Eine Cessna 140 gesellte sich ebenfalls dazu – insgesamt also eine vielversprechende Location, an der die vielen Fotografen ihre wahre Freude hatten.

Vom 356 Speedster über etliche G-Modelle sowie 964, 993 und 997 in sämtlichen Variationen bis hin zum 2.7 RS versammelte sich in alter Manier wieder mal eine kunterbunte Vielfalt. Als besonderer optischer Hingucker erwies sich ein 935, den die Veranstalter direkt vor den Zeppelin drapierten. Aber auch sonst gab es viel zu sehen und zu besprechen, am liebsten natürlich bei geöffneter Motorabdeckung. Praktischerweise erhielt jeder Teilnehmer zu Beginn eine stilechte »AIRTIMES«-Maske – so stand ausführlichen Benzingesprächen also auch in diesem Jahr nichts im Weg.

Künstler wie Frank Kayser, Stefan Bogner und auch der eine oder andere Porsche Funktionär mischten sich unter die Leute. Im Hangar nebenan verzierten die Berliner Tape-Art-Künstler self.made.crew einen nagelneuen 992 Turbo S. Und der Osnabrücker Veredler Mletzko nutzte die Gelegenheit, um neben dem bereits bekannten »Heartbeat« sein neuestes Meisterwerk im Rahmen einer Art Vorpremiere auszustellen: »The Spirit of O«, eine giftgrüne Wucht mit traumhaft-edlem Innenraum. »Nähere Infos folgen bald«, kündigte Mletzko-Sprecher André Lührmann an. Wir freuen uns drauf!

Als die Sonne dann nach einem glücklicherweise trockenen Nachmittag unterging, machten es sich die Porsche Fans in ihren Autos gemütlich und schauten eine Auswahl an Kurzfilmen, die Künstler und Filmemacher auf der ganzen Welt im Vorhinein einsenden konnten. »Unter diesen schwierigen Bedingungen war es definitiv eine gelungene Veranstaltung und ein positives Zeichen für die lebendige Community«, resümiert AIRTIMES-Organisator Tom Gädtke.

Die monatelange Vorbereitungszeit voller Ungewissheit zahlte sich also aus. Und während eine Meute Porsche Fahrer auf der Leinwand über die berühmte kalifornische Rennstrecke Laguna Seca donnert und danach durch die Kurven des Highway One am Pazifik segelt, sieht man die Erleichterung in Gädtkes Blick – gemischt mit einer Spur eben jener Sehnsucht, die wir momentan wohl alle in uns tragen. Nach den guten alten Zeiten eben. Auf dass sie ganz bald wiederkommen.