All translations for this page: Other translations for this page:

Onassis 800: »We, the people«

So lautete das Motto des Onassis 800 »Streetart.Motorsport.Revivals.« Womit sich das Porsche Treffen dann auch ziemlich prägnant zusammenfassen lässt. Jede Menge Porsche Verrückte, die aus ganz Europa mit ihren Schätzchen anreisten, um an diesem Wochenende gemeinsam ihre Leidenschaft zu feiern. Wobei zunächst keiner so genau wusste, wofür nun das 800 im Namen der inzwischen fünfteiligen Eventreihe eigentlich stand.

Text: Natalie Diedrichs Foto: SSSZphoto 02.09.2019 3 min

Denn das hielten Event-Organisator Tom Gädtke und sein Team bis zum Schluss geheim. Die 290 Porsche Fahrer wurden am Samstag erst mal zu einem unscheinbaren Schotterplatz gelotst, um dann zu erfahren, dass das eigentliche Treffen an einem ganz anderen Ort stattfindet: auf einer Kartbahn in Hagen (Nordrhein-Westfalen), die exakt 800 Meter lang ist. Aha! Auf dieser wunderbar von Reifenstapeln und rot-weißen Curbs umrahmten, asphaltierten Strecke fädelten sich die Porsche dann hintereinander auf wie die Perlen einer sehr bunten Kette.

Sobald die Blechtüren zugeschlagen waren, folgten die Benzingespräche. Sehr familiäre Benzingespräche, um genau zu sein, weil sich ohnehin jeder kannte. Und wenn das mal nicht der Fall war, änderte sich das in der Regel gleich innerhalb von Minuten. Begrüßung per Handschlag, dann eine herzliche Umarmung. Die nicht klimatisierte, dafür luftgekühlte Anreise aus Italien, Belgien, den Niederlanden oder England steckte den meisten zwar noch in den Knochen, »aber das gehört eben dazu«, sagten sie dann und zucken mit den Schultern.

Genug zu besprechen gab es jedenfalls, denn Instagram war wegen mangelnden Handyempfangs praktisch tot, dafür aber die Mischung an klassischen Porsche wirklich fein: G-Modelle, F-Modelle, 964, 993, 914, 924, 944, 356, 996 oder 986er Boxster und sogar ein 906 – schwer zu sagen, welcher der teils liebevoll restaurierten, teils lässig patinierten Old- und Youngtimer da jetzt Highlight der Veranstaltung darstellte. Diese Frage bedurfte bei Onassis 800 aber zum Glück auch keiner Antwort: Hier gewann einfach derjenige, der den schönsten Helm dabeihatte. Wenn er einen dabeihatte.

Trophäen waren ohnehin nebensächlich. Es war die gute Zeit, die zählte. Und die herrlichen Klänge der Boxermotoren, die aufheulten, wenn zwischendurch mal einer auf der langen Geraden so richtig hochdrehte. Wie zum Beispiel Ring Police Chef und YouTube-Star Jan-Erik Slooten, der seinen GT2 RS Clubsport mit dabeihatte – einer der wenigen »Wasserkocher« auf dem Platz. Machte aber nix, auch der bekam Applaus und viele nach oben gestreckte Daumen. Die Alfas und BMWs, die sich unters Porsche Volk gemischt hatten, wurden ebenfalls von allen Seiten neugierig in Augenschein genommen.

Es war eigentlich wie im Kino, während man so über die Bahn schlenderte – ein Blockbuster folgte dem anderen und Popcorn gab’s sogar auch, ebenso wie Streetart. Der junge Franzose Julien Lampre zeigte poppige Porsche Skizzen, gegenüber stellte Frank Kayser einige seiner hoch gehandelten Werke aus. Natürlich waren wir auch mit ramp und Crazy About Porsche vor Ort. Wir teilten uns übrigens mit Kayser einen Airstream, den er als Ausstellungsfläche nutzte und wir als Leseecke. Links daneben ein indischroter GT3 RS, rechts Kaysers 964 in Sternrubin – so ließ es sich aushalten.

Doch, das Onassis 800 Streetart Motorsport Revival war eine äußerst entspannte, höchst gesellige und extrem unterhaltsame Angelegenheit. Kein Wunder also, dass Boxengasse-Gründer Frank Cassidy auf die Frage »Why are you crazy about Porsche?« ohne zu zögern antwortete: »It’s the people.«