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Minimalismus elegant betoniert

Aus dem Homeoffice zu arbeiten ist inzwischen nichts Außergewöhnliches mehr. Dass sich zum Wohnen und Arbeiten auch noch die Ästhetik gesellt, schon eher. Mit dem »House for a Ceramic Designer« zeigt Arhitektura d.o.o. aber, dass sich diese drei Dinge gut verbinden lassen.

Text: Jack Weil Foto: Miran Kambič 03.06.2020 2 min

Häuser aus Keramik und Vasen aus Beton? Kann man machen, muss man aber nicht. Dann doch lieber umgekehrt. So wie beim »House for a Ceramic Designer« vor den Toren von Ljubljana. Entworfen von Arhitektura d.o.o., bringt das Gebäude einerseits die Werkstoffwelt wieder in gewohnte Verhältnisse, verbindet aber auch minimalistische Ästhetik geschickt mit Arbeit und Wohnen. Und zwar dank einer klaren und U-förmigen Struktur. Im Nordflügel des Baus findet sich das Keramik-Atelier der Besitzerin, während Mitte und Südteil den Wohnbereich beherbergen. Erfreuliches Nebenprodukt dieser Konstruktion: ein Atrium in der Mitte des Komplexes, das das Gebäude genauso wie die Betonfassade prägt.

Der Innenhof verbindet dabei die verschiedenen Teile des Gebäudes und lässt einen gut beleuchteten und vollständig vernetzten Lebens- und Arbeitsraum entstehen. »Es ermöglicht den Durchgang zu verschiedenen Teilen des Hauses und eine direkte Kommunikation zwischen der Werkstatt und den Wohnräumen, wobei das Glas als dünne, unsichtbare Membran den Innenraum von der Außenseite abgrenzt«, sagen die Macher selbst.

Der besagte Wohnbereich kann dabei wie die Fassade ebenfalls klare Kante zeigen: Wenn gewünscht, lassen sich die Arbeitsräume im nördlichen Teil mit einer Schiebetür klar vom Wohnbereich in der Mitte und den Schlafräumen im Süden abtrennen. Geprägt von vielen Holzelementen und einer offenen Atmosphäre, spiegeln beide dabei die schlichte, aber elegante Linienführung des Gebäudes wider. Und betonieren so auch den Ruf von Arhitektura d.o.o. als Meister des slowenischen Minimalismus. Finden zumindest wir. Mit Keramik als Baustoff wäre das auch sprichwörtlich schon nicht gegangen.