All translations for this page: Other translations for this page:

Luftgekühlt und exklusiv

Wer kennt sich am besten aus beim luftgekühlten Boxermotor? Es ist eine Betriebssportgruppe. Ganz bestimmt. Wir fragen Oliver Berg, Gründer der Porsche Betriebssportgruppe »Freunde Luftgekühlter Boxermotoren«, nach seinen ganz persönlichen Favoriten.

Text: Michael Petersen Foto: Porsche 14.05.2019 4 min

Wo geht es nur um Luftgekühltes? Ganz aktuell und nur für kurze Zeit in den Universal Studios in North Hollywood. Und immer wieder – und hoffentlich für immer – in 72187 Weissach. Nun nutzt das dem neugierigen Porsche Fan in beiden Fällen zunächst eher wenig. Leider. Denn die Veranstaltung in Los Angeles war erstens »sold out« und ist zweitens gerade vorüber. Und in Weissach – in Hörweite des Porsche Entwicklungszentrums – ist das Vereinsheim den Mitgliedern der Porsche Betriebssportgruppe »Freunde Luftgekühlter Boxermotoren« (FLB) vorbehalten. Die rekrutieren sich vorwiegend aus Eigentümern von Fahrzeugen mit diesem außergewöhnlichen Motorkonzept im Heck. Diese Hürde ließe sich zwar schon als Fahrer eines Käfers nehmen, höher liegt sie allerdings für viele Porsche Fans, weil dem Verein nur Mitarbeiter oder ehemalige Mitarbeiter von Porsche beitreten dürfen. Aber reinhören in den exklusiven Zirkel ist schon gestattet. So fragen wir den FLB-Gründer Oliver Berg nach seiner ganz subjektiven Hitparade der »Luftgekühlten«. Pause. Aber dann schießt der Projektleiter GT Straßenfahrzeuge los:

356 Speedster (1954)

»Bleiben wir chronologisch. Zunächst nenne ich den 356 Speedster mit Carrera-Motor. Der hat als Cabriolet eine wunderschöne Form. Sie wurde vom American Roadster abgeleitet. Dieser nur 15-mal hergestellte Porsche wurde 1952 vorgestellt, zwei Jahre vor dem Speedster. Andere Cabriolets haben keine derart eigenständige Formgebung wie der Speedster. Sie sehen manchmal aus wie Coupés, bei denen das Dach abgeschnitten wurde. Und klar, am liebsten sehe ich den Fuhrmann-Motor auch im Speedster.

911 R (1967)

»Am Herzen liegt mir als zweites Beispiel der 911 R von 1967. Ferdinand Piëch gemeinsam mit Rolf Wüthrich beließen in diesem R nur gerade so viel, wie zum Fahren nötig war. So entstand einer der leichtesten Elfer aller Zeiten, er wog nur rund 800 Kilogramm. Der Rennmotor vom Typ 901/22 leistet bei zwei Litern Hubraum 210 PS. 1967 hat der 911 R den ›Marathon de la Route‹ auf dem Nürburgring gewonnen, 1969 die ›Tour de France‹ für Automobile. Ich selbst baue gerade einen 912 R auf. Zugegeben, den gab es so nicht, aber mit originalen Leichtbauteilen lässt sich ein Auto wie dieses zusammenstellen. Ich bin auch nicht der Erste, der das macht. Der Pole Sobieslaw Zasada sammelte 1967 mit einem leichten Neunzwölfer wichtige Punkte für seinen Titel als Rallye-Europameister.«

964 Carrera RS (1992)

»Als dritten Luftgekühlten möchte ich in meiner persönlichen Favoritenliste den 964 Carrera RS 3.6 nennen. Ganz einfach, weil dieser 911 der letzte optisch dezente Elfer ist, der ganz konsequent auf Leichtbau getrimmt wurde. Viel mehr als 1.100 Kilogramm wiegt so ein Elfer nicht. Das liegt nur knapp über dem Niveau des Ur-Elfers, trotz einer Leistung von bis zu 350 PS! Bei so einem Leistungsgewicht geht es mit ihm ganz schön voran. Ähnlich verhält es sich mit den Preisen. Diese Autos sind richtig teuer geworden. Na ja, manche weichen dann eben auf einen geklonten RS jener Baureihe 964 aus.«