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Los Vilos House: der Welle-Haus-Dualismus

Alles im Leben kommt in Wellen, heißt es. Wenn es dann auch noch das vom Japaner Ryue Nishizawa gezeichnete »Los Vilos House« an der chilenischen Pazifikküste ist, dann nehmen wir das gerne so hin. Auch bei der Unterkunft.

Text: Marko Knab Foto: Cristobal Palma 28.07.2020 2 min

Quantenobjekte können als Welle und Teilchen gleichermaßen vorliegen. Hielt 1905 schon Albert Einstein mit Blick auf das Licht fest. Stichwort Welle-Teilchen-Dualismus. Gut 115 Jahre später legt Ryue Nishizawa nach – und erbringt mit dem »Los Vilos House« den Beweis dafür, dass die Theorie nicht nur in der Physik, sondern auch in der Architektur Gültigkeit besitzt. Dafür hat der mit dem renommierten Pritzker-Preis prämierte Japaner an der chilenischen Pazifikküste ein Gebäude konstruiert, das gleichzeitig Welle, aber auch fester Stoff ist. Inspiriert ist das exklusive Wochenendhaus dabei gleichermaßen von der felsigen Küste als auch dem Meer, dessen Wellenform es widerspiegelt.

Dafür nutzt Nishizawa den wiederum als äußerst fest bekannten Beton, der mit Stahlträgern abgestützt wird. Klassische Wände sucht man dabei vergebens, zumindest zwischen den Wohnbereichen im Hauptgebäude: Schlaf- & Wohnbereich, aber auch die Küche sind nur von den Wellentälern des Dachs voneinander abgetrennt. Allein die Sauna und die etwas außerhalb gelegene überdachte Terrasse sind durch klassische Wände eingefasst.

Deren Färbung greift das wellenförmige Haus dabei innen wieder auf: warme und erdige Töne dominieren dabei, bei der Holztäfelung der Böden, aber auch bei der Einrichtung selbst. Die wiederum ist – wie der Rest des Innenraums – minimalistisch gehalten. Ganz im Gegenteil zu den Glasflächen, die für eine beeindruckende Rundumsicht sorgen, die ihre Krönung im Esszimmer findet, das sich ganz am Ende der Landzunge, auf dem das Gebäude steht, findet. Positiver Nebeneffekt: Auch von außen kann man erkennen, dass das Los Vilos House mit inneren Werten überzeugt. Quasi ein ästhetischer Innen-außen-Dualismus.

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