All translations for this page: Other translations for this page:

Le Mans reloaded: Remake in Schiefergrau

Der schiefergraue 911 S von Steve McQueen? Leider verkauft. Also nehmen wir uns doch mal ein Beispiel an Vincent, der sich seinen Traum in Schiefergrau trotzdem erfüllt hat.

Text: Alexander Morath Foto: Luca Borsotti 19.03.2019 3 min

Als uns dieser schiefergraue Porsche entgegenbollert, schalten unsere Synapsen rasch auf Autopilot, um die Wahrnehmung mit der Erinnerung an die legendäre Anfangssequenz aus dem Film »Le Mans« zu verknüpfen. Steve McQueen ist darin zu sehen. In der Rolle des Rennfahrers Michael Delaney pilotiert er seinen 911 S zu den sanften Tönen einer Klarinette durch das Landschaftsidyll Frankreichs. Schnitt.

Der schiefergraue Elfer steht jetzt vor uns. Nicht in Le Mans. Sondern in Frankfurt. Hinterm Steuer sitzt auch nicht Michael Delaney, sondern der Rennfahrer Vincent. Den stilvoll-lässigen Auftritt beherrscht er mit seinen 23 Jahren schon jetzt so gut, dass er dem »King of Cool« in nichts nachsteht. Auch Vincents Porsche muss den Vergleich nicht scheuen. Anstelle eines 911 S setzt er auf ein Unikat. Custom made.

Dafür hat er sich vergangenes Jahr ein schwarzes G-Modell von 1977 zugelegt und es nach seinen Vorstellungen umgebaut. Die typischen Stoßfänger des G-Modells wichen einer insgesamt sportlicheren Erscheinung nach dem Vorbild der F-Serie. Und dann sind da noch die Details: der Verschluss der Fronthaube zum Beispiel, der hölzerne Schaltknauf oder ein Tankdeckel, der wie bei den alten Rennsportmodellen auf der Fronthaube sitzt. Dank eines 915er-Getriebes kommen die Gänge in den Genuss präziser Schaltvorgänge. Die Scheinwerfer sind gelb. Die Lackierung? Natürlich schiefergrau.

Mit dem Umbau hat sich Vincent einen Traum erfüllt. Den Traum vom Traumwagen. Der Porsche sei für ihn nicht nur ein Auto, sondern ein Lifestyle, betont er. Und so ein Lifestyle gehört auch entsprechend in Szene gesetzt, findet wiederum Luca Borsotti, der nicht nur Fotograf, sondern auch der Grund dafür ist, weshalb sich die beiden heute für ein Shooting in Frankfurt verabredet haben.

»Ich kannte Vincent vorher nicht, doch als ich seinen Wagen auf Instagram entdeckt habe, musste ich ihn einfach anschreiben.« Die Klarheit der Form, markante Kotflügel, fließende Linien: Wenn man so will, dann ist ein 911 der kleinste gemeinsame Nenner all jener, die sich gerne von zeitlos gutem Design begeistern lassen.

»Selbst wenn man nur die Scheinwerfer oder das Heck des Wagens sieht, weiß man sofort, um welches Auto es sich handelt«, stellt Luca fest und ergänzt, dass es besonders die Kurven seien, die einen Elfer für ihn auszeichnen.

Und genau die möchte Luca heute einmal aus einer anderen Perspektive einfangen, wofür er extra seine Drohne mitgebracht hat. Das Resultat? Macht Lust auf mehr. Und darf durchaus als Empfehlung für ein »Le Mans«-Remake verstanden werden.

»Racing is life. Anything before or after is just waiting.«
Steve McQueen