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Keine halben Sachen

Die Werkstatt hat eine symbolische Bedeutung für Porsche. In ihr wird getüftelt, verbessert, neu gedacht. Tag für Tag wird hier am Sportwagen der Zukunft gearbeitet.

Text: Matthias Mederer Foto: Rossen Gargolov 11.02.2019 2 min

Jemand meinte mal, würden die Engländer den perfekten Sportwagen bauen, sie würden in den Pub gehen und feiern. Die Deutschen dagegen, wenn die den perfekten Sportwagen bauten, würden sie zurück in ihre Werkstatt gehen und versuchen, ihn zu verbessern. Wir sind nicht mehr ganz sicher, glauben aber, es war ein Engländer. Und er sprach über Porsche. Er übersetzte damit auf unterhaltsame Art das, was gemeinhin als der unermüdliche Antrieb des schwäbischen Tüftlers bekannt ist, eine Metapher für das »immer weiter«, das Porsche seit jeher als Grundbaustein seiner DNA verstanden hat. Sich selbst jeden Tag aufs Neue zu hinterfragen.

Die Werkstatt wird so also zum Sinnbild der beseelt-beharrlichen Weiterentwicklung. Ein Raum, frei von jeglicher Alltagshektik, ein Ort, an dem ein Meeting im Liegen (unter dem Auto) oder im Stehen abgehalten wird und Sätze beinhaltet wie: »Zehner-Schlüssel bitte«; ein Ort, an dem Kollegen ihren Kalender (an der Wand) nur checken, weil die junge Brittney halbnackt und ölverschmiert an der Motorhaube eines amerikanischen Musclecars posiert und ein Ort, an dem ... aber lassen wir das.

Die Hightech-Realität im Porsche Entwicklungszentrum Weissach sieht dann doch (Gott sei Dank?) etwas anders aus. Aber, und auch darum geht es schließlich beim Porsche 911, man wird ja wohl noch träumen dürfen. Und deshalb baute Porsche beim Launch-Event des 992 in Valencia eine von Nostalgie durchdrungene Werkstatt auf. Mit ausgesprochener Liebe zum Detail wurde wirklich an alles gedacht. Ob Zehner-Schlüssel oder eine alte »Uhrensammlung« aus einem 911er. Nur der Kalender mit Brittney, der musste in Weissach bleiben. Wird noch gebraucht. Wegen der Termine freilich.