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Blank-Canvas ohne Limitierung: Helmut Wahl über sein 1973er T Coupé

Helmut Wahl arbeitet für die Marke, die Flügel verleiht. In seiner Freizeit schätzt der in Los Angeles sesshafte Kumpel von Magnus Walker aber auch gerne Bodenkontakt. Etwa beim Fahrradfahren. Oder dann, wenn er seinen Elfer von 1973 bei einem sogenannten »Canyon Run« um die Kurven jagt.

Interview: Alexander Morath Foto: Lisa Linke 06.02.2019 4 min

Dein erster Kontakt mit der Marke Porsche?

Das muss ca. 1985 gewesen sein, bei unserem lokalen Porsche Händler. Im Showroom stand ein dunkelblauer 911 Turbo (930 war für mich damals noch kein Begriff), und das war damals das allerhöchste der Gefühle. Die Karosserie mit den breiten Kotflügeln und dem riesengroßen Heckspoiler hat es mir sofort angetan – ein Bild von diesem 911er Turbo hing noch einige Jahre in meinem Jugendzimmer. Interessanterweise hat meine Mutter erst kürzlich beim Aufräumen den alten Porsche Prospekt von damals gefunden.

Liebe auf den ersten Blick?

Absolut!

Wie erklärst Du einem kleinen Jungen den Mythos Porsche?

Für mich ist Porsche mehr als nur eine Automarke. Porsche ist in meinen Augen der Erfinder des alltagstauglichen Sportwagens, der im Rennsport über Jahrzehnte sehr erfolgreich war und noch immer ist. Im weitesten Sinne steht der 911er dabei im Vordergrund, als Modell, das seit über 50 Jahren weitestgehend in seinem Design unverändert geblieben ist. Porsche ist mehr als eine Automarke, Porsche ist ein Lebensgefühl, geprägt von den Menschen hinter der Marke. Porsche verbindet.

Wann hast Du Dir Deinen Elfer zugelegt und in welchem Zustand?

Den habe ich mir 2013 zugelegt. Ich hatte ihn nicht auf meiner Agenda, aber der Zufall wollte es so. Ein 1973er T Coupé, non-sunroof mit matching Motor und Getriebe. Der Vorbesitzer hatte mit der Transformation zu einem RS begonnen und die Farbe von original Gold auf Gemini Blue geändert. Ich würde sagen, alles in allem war er in ordentlichem Zustand. Was mir damals aber gefiel, war die Möglichkeit, ihn so modifizieren zu können, wie es mir gefiel. In gewisser Weise ein Blank-Canvas ohne Limitierung.

Werkstatt oder lieber selber schrauben?

Werkstatt (aus Zeitmangel).

Mal grundsätzlich gefragt: Darf man seinen Porsche modifizieren – oder fällt das schon unter das Delikt der Majestätsbeleidigung?

Ich persönlich habe nichts gegen Modifikationen. Am Ende ist es jedem selbst überlassen, was er mit seinem Porsche macht, also reine Interpretationssache. Für mich geht es nicht zwingend darum, ob das Fahrzeug aus erster Hand ist, sich im Erstlack befindet, mit geringer Laufleistung und lückenloser Historie ...

Was macht für Dich das Lebensgefühl Porsche aus?

Für mich ist das Lebensgefühl stark vom 911er geprägt, und da sind für mich das zeitlose Design, die Schlichtheit sowie das Fahrgefühl ausschlaggebend. Für mich ist der 911er das perfekte Auto, geradlinig, sportlich und alltagstauglich.

Trägt Dein Auto einen Spitznamen?

Nein.

Gibt es einen besonderen Moment, den Du mit Deinem Elfer verbindest?

Auf jeden Fall das erstes Treffen mit Magnus Walker und die daraus resultierende Freundschaft. Wir sind viele gemeinsame Touren gefahren, und er war dann auch maßgeblich an der Transformation meines Elfers beteiligt, der wiederum einige von Walkers Signature Touches trägt.

Lieber allein unterwegs oder mit Co-Pilot?

Das kommt ganz darauf an. Prinzipiell genieße ich es, in guter Gesellschaft zu sein. Ist ja schade, wenn man auf tollen Ausfahrten niemanden zum Austauschen hat. Es gibt dann aber auch die »Spirited Canyon Runs«, wie wir sie nennen, auf denen ich dann auch mal gerne alleine im 911er sitze.

Deine Lieblingstour?

Da gibt es mehrere, aber wenn ich mich auf eine beschränken muss, dann sicher der Angeles Crest HWY, oder HWY2, der kurz oberhalb von Pasadena beginnt, in die San Gabriel Mountains. Gerne zu Newcombs Ranch zum Frühstücken und dann über den Big Tuhanga Canyon zurück. In Europa ist es definitiv der Col de Turini.