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Highlife: das »Chalet Anzère«

In Anzère geht es hoch hinaus. Nicht nur rein topografisch, weil der Ort im Wallis auf 1.500 Metern Höhe liegt. Sondern auch architektonisch. Beweist das einzigartige »Chalet Anzère« mit seiner ästhetischen Linienführung.

Text: Jack Weil Foto: Ossip van Duivenbode 21.01.2020 2 min

Ein Chalet: Hatte man früher, wenn man Schafe oder Ziegen hielt und eine Schutzhütte brauchte – also ins Trockene wollte. So wie die Senner in den Alpen, auf die Bauform und Name noch bis heute zurückgehen. Heute gilt: Ein Chalet hat man, wenn die Schäfchen schon im Trockenen sind. Und man sich statt Paarhufern einer anspruchsvolleren Unterkunft in den Bergen inklusive Pferdestärken zuwenden kann. So wie der Besitzer des »Chalet Anzère«, das in der gleichnamigen schweizerischen Stadt steht. Seines Zeichens Unternehmer, Hobby-Pianist und Rennfahrer, setzt der nämlich auf klare Verhältnisse. Nicht nur beim Klang und seinen Autos, sondern auch bei der Unterkunft im Wallis.

Vom niederländischen Architekturbüro SeARCH realisiert, räumt das durch das »Grand Chalet Balthus« im schweizerischen Rossinière inspirierte Gebäude deshalb gleich mit mehreren Dingen auf. Einerseits vereinfacht der Neubau mit ebenerdiger Garage die bisher problematische, aber wichtige Anfahrt, andererseits räumt der minimalistisch gestaltete Wohnbereich auch mit der versprengten Bebauung der Vorbesitzer auf. Die Mittel der Wahl dabei: traditionelle Baustoffe wie Holz, ästhetische Überhänge in klassischem Chalet-Stil, aber auch klare und moderne Linienführung im 45-Grad-Winkel. Letztere nimmt dabei auch Referenz auf den Bauplatz, denn der befindet sich an einem ebenso steilen Hang.

Aber auch mit inneren Werten überzeugt die Villa: Auf allen drei Stockwerken des Wohnhauses greift die Einrichtung die minimalistische Ästhetik der Fassade auf. Die an der Fassade bereits bekannten Winkel treffen dabei auf 500 Quadratmetern auf Beton und Holz, die sich im Wohnbereich mit einem frei schwebenden Kamin ergänzen. Ebenfalls inklusive: Terrassen auf allen drei Wohnebenen, die Ausblick auf Alpengipfel wie Matterhorn und Dufourspitze gewähren. Ausblick hin oder her: Wir wären auch schon mit einem tieferen Einblick in die Garage mit den beiden Porsche zufrieden.