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Pop Art: Ein Stein bleibt auf dem anderen

Jaime Sánchez macht Pop Art mit Lego-Steinen – das Ergebnis sieht oft ziemlich lecker aus.

Text: Wiebke Brauer Foto: Jaime Sanchez 31.07.2019 2 min

Zum Anbeißen sieht es aus. Leider aber ist die Himbeermarmelade auf dem Toast aus pinkfarbenen Lego-Steinen – und dem Impuls, einfach mal davon zu kosten, sollte man besser nicht nachgeben. Erstens wäre es ziemlich schmerzhaft, zweitens ist das Toastbrot Kunst. Geschaffen von Jaime Sánchez, Visual Artist und Fotograf. »Ich arbeite mit der einfachen Idee, das Echte durch Bausteine zu ersetzen«, sagte der 31-Jährige einmal. Wenn man sich seine Kunstwerke so ansieht, kann man es kaum besser ausdrücken: Die Lego-Steine dienen als Zahnpasta, als Lippenstift – oder eben als Marmelade.

Wer übrigens vermutet, dass der gebürtige Spanier schon als Kind mit Lego spielte, liegt ganz falsch. Erst mit 26 Jahren fängt Jaime Sánchez an, sich für die bunten Steinchen zu interessieren. Auslöser ist eine Ausstellung in New York, die er besucht, dort sieht er das Skelett eines T-Rex, Homer Simpson und andere bekannte Figuren – aus Lego. Daraufhin beginnt er zu spielen. Dass Jaime Sánchez Andy Warhol bewundert, ist nicht zu übersehen. Bei beiden Künstlern finden sich das Minimierte, die knalligen Hintergrundfarben und die Einarbeitung von Alltagsgegenständen. Mehr Pop Art geht nicht, Lego sei Dank. Wie viele Legos Jaime Sánchez heute besitzt, kann man sich ungefähr vorstellen – es muss eine Menge sein. Als offenbar ordentlicher Mensch hat er die Steine natürlich in Kisten nach Farben sortiert. In der größten befinden sich gelbe Steine,seine Lieblingsfarbe. Gelb soll im Übrigen auch den Appetit anregen.