Ein Cabriolet mit »Wet Mode«? Passt zur Jahreszeit. Definitiv.

Ein Cabriolet mit »Wet Mode«? Passt zur Jahreszeit. Definitiv.

Draußen schneit’s. Und was machen wir? Träumen vom Sommer mit dem neuen 911 Cabriolet? Nö. Wir holen uns erst einmal nasse Füße.

Text: Bernd Haase Foto: Porsche 11.01.2019 4 min

Plitsch. Platsch. Oben ohne war heute keine gute Idee. Zumindest in Sachen Frisur. Das noch junge Jahr 2019 präsentiert sich mit pappnassem Schnee. Es tropft vom Kopf. Hätte besser mal auf Muttern gehört. Die hatte ja schon immer gesagt: »Bub’, zieh Dir eine Mütze auf.« Das war ungefähr zu jener Zeit, in der auch die Zuffenhausener das Oben-ohne-Gefühl entdeckt haben. 1982 erblickte der erste 911 ohne Dach und ohne Targa-Bügel den Asphalt der heimischen Straßen, nachdem er im Jahr zuvor auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt vorgestellt worden war – und auf Anhieb begeistert hatte.

Ein Cabriolet mit »Wet Mode«? Passt zur Jahreszeit. Definitiv.

Und heute? Kommen sie auf die lustige Idee, das neue Elfer Cabriolet zur besten Schneegestöberjahreszeit anzukündigen. Vermutlich als mentales Aufwärmprogramm, weil einem bei der Aussicht auf sonnenüberflutete Küstenstraßen und offenes Verdeck zumindest mal ums Herz warm wird, wenn auch der Rest bibbert.

Ein Cabriolet mit »Wet Mode«? Passt zur Jahreszeit. Definitiv.

Die achte Generation des 911 bekommt also eine Cabrio-Variante. Das war zu erwarten. Vielleicht nicht so schnell, nur sechs Wochen nach der Vorstellung des Coupé. Aber sie haben ja auch ein »bislang noch nicht gekanntes Produktfeuerwerk« für dieses Jahr angekündigt, die Sportwagenbauer in Zuffenhausen. Da ist so eine Oben-ohne-Variante schon einmal ein guter Einstieg für das, was da noch alles an Variationen in 911 kommen mag.

Ein Cabriolet mit »Wet Mode«? Passt zur Jahreszeit. Definitiv.

Die Ingenieure haben sich jedenfalls einiges einfallen lassen. Zum Beispiel eine neue Dach-Hydraulik. Damit dauert das Öffnen nur noch zwölf Sekunden. Funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Beim Sprint auf Hundert sollte man also trotzdem nicht den Knopf drücken, denn dorthin gelangt das Elfer-Cabriolet mit seinen 331 kW (450 PS) Leistung und 530 Nm Drehmoment in weniger als vier Sekunden. Und wenn dann die Höchstgeschwindigkeit von bis zu 306 km/h erreicht ist, wird das Aufblähen des Daches durch sogenannte Flächenspriegel verhindert – das sind flächige Magnesiumelemente, die in die Verdeck-Struktur eingearbeitet wurden.

Ein Cabriolet mit »Wet Mode«? Passt zur Jahreszeit. Definitiv.
Ein Cabriolet mit »Wet Mode«? Passt zur Jahreszeit. Definitiv.

Hört sich gut an. Genauso wie das, was Porsche für die Fahreigenschaften des 911 Cabriolets verspricht: Durch die neue Position der Motorlager soll es noch torsionssteifer sein als sein Vorgänger. Zudem ist erstmals für das 911 Cabriolet das Porsche Active Suspension Management (PASM) Sportfahrwerk im Angebot. Die Federn sind in diesem Fall härter und kürzer, die Querstabilisatoren der Vorder- und Hinterachse steifer, das Fahrwerk insgesamt ist um zehn Millimeter abgesenkt, damit der Elfer noch neutraler und ausbalancierter auf der Straße liegt.

Der Sommer kann also kommen. Wobei mir das im Moment noch nicht hilft. Denn das Schneegestöber hat sich verdichtet. Nicht nur die Haare, auch die Füße werden nass. Was mit dem Elfer-Cabriolet eventuell nicht passiert wäre. Denn als Weltneuheit hat Porsche den serienmäßigen »Wet Mode« entwickelt. Der erkennt Wasser auf der Straße, konditioniert die Regelsysteme entsprechend vor und warnt den Fahrer. Dieser kann den Wagen dann auf Tastendruck oder per Mode-Schalter am Lenkrad (Sport Chrono-Paket) besonders sicherheitsbetont abstimmen. Oder beim Aussteigen einfach aufpassen, dass er nicht in die nächste Pfütze tritt. Praktisch veranlagt sind sie ja schon, in Weissach und Zuffenhausen.

Und es sage keiner, das 911 Cabriolet sei kein Auto für alle Wetterlagen.

Ein Cabriolet mit »Wet Mode«? Passt zur Jahreszeit. Definitiv.