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Digitale Beschleunigung: Porsche beim virtuellen Le Mans-Rennen

Heute starten die 24 Stunden von Le Mans. Das erste Mal in seiner 97-jährigen Geschichte findet das Rennen dabei virtuell statt – bevor es im September dann real nachgeholt werden soll. Wir zeigen, auf wen und was es beim größten digitalen Rennen der Welt zu achten gilt.

Text: Alfred Rzyski Foto: ramp.pictures 13.06.2020 3 min

»When you’re racing, it’s life. Anything that happens before or after is just waiting.« Recht hatte Steve McQueen in der Rolle des Michael Delaney. Nur passend, dass das Zitat dabei auch aus seinem Monumentalfilm »Le Mans« stammt. Denn mit der virtuellen Edition des Langstreckenklassikers, die heute stattfindet, ist das Warten auf Motorsport endlich vorbei. Wir haben hier mal die wichtigsten Hintergründe zum Sim-Race-Ableger der 24 Stunden von Le Mans zusammengestellt.

Regelmäßig interessant

Wie im realen Motorsport folgen auch die virtuellen 24 Stunden von Le Mans einem strengen Regelbuch. Am Start sind 50 Fahrzeuge in zwei Klassen: 30 LMP-Prototypen und 20 GTE-Fahrzeuge. Während die LMP-Klasse ein Oreca-07-Einheitsfahrzeug nutzt, steuern die GT-Piloten ihre gewohnten Boliden – und fechten so in einem Porsche, Aston Martin, Ferrari oder einer Corvette den Kampf um den Sieg aus. Dabei teilen sich mindestens zwei Profis das Auto mit maximal zwei Sim-Racern. Auch virtuell müssen die Fahrer dabei ihre Fahr- und Ruhezeiten einhalten – sonst drohen empfindliche Strafen. Genauso wie bei einem Verbindungsabbruch oder Kollisionen mit Kontrahenten.

Erstklassiger Start

Als erstes Werksteam überhaupt hat Porsche kurze Zeit nach der Ankündigung für die virtuellen 24 Stunden zugesagt. Und wie: Vier virtuelle 911 RSR starten in der GTE-Klasse. Neben den Le Mans-Gesamtsiegern André Lotterer, Neel Jani und Nick Tandy treten auch die Porsche-Junioren Jaxon Evans und Ayhancan Güven, die Formel E-Pilotin Simona de Silvestro sowie die GT-Asse Patrick Pilet und Matt Campbell virtuell mit den Sim-Racing-Experten an. Die Konkurrenz ist dabei nicht zu unterschätzen: Rennsport-Ikonen wie Fernando Alonso und Jenson Button messen sich im Simulator genauso wie Max Verstappen und Charles Leclerc. Insgesamt treten 200 Fahrer an.

© Porsche

Die Teams von Porsche setzen sich wie folgt zusammen:

Startnummer 91: André Lotterer (DE) / Neel Jani (CH) / Mitchell Dejong (USA) / Martti Pietilä (FIN)

Startnummer 92: Jaxon Evans (NZ) / Matt Campbell (AUS) / Mack Bakkum (NED) / Jeremy Bouteloup (FRA)

Startnummer 93: Nick Tandy (GB) / Ayhancan Güven (TR) / Josh Rogers (AUS) / Tommy Ostgaard (NOR)

Startnummer 94: Patrick Pilet (F) / Simona DeSilvestro (CH) / Martin Krönke (DE) / David Williams (GB)

© Porsche

Echte Spannung

Für das virtuelle Langstreckenrennen nutzen die Fahrer ihre eigenen Simulatoren. Und die Simulation rFactor 2. Diese bietet den Vierer-Teams nicht nur eine realistische Fahrzeugphysik, sondern auch die für ein 24-Stunden-Rennen charakteristischen Tageszeiten. Ebenfalls an Bord ist ein dynamisches Wettermodell. Heißt: von den Organisatoren gesteuert, ändert sich das Wetter genauso unangekündigt und überraschend wie im echten Leben. Und sorgt so unter Garantie für Spannung. Wie im realen Motorsport muss bei Regen die Box für neue Reifen angesteuert werden. Aber auch, wenn der virtuelle Sprit zur Neige geht – oder der Wagen beschädigt wurde.

© Porsche

Was? Wann? Wo?

Als vorläufiger Ersatz für das verschobene Traditionsrennen nimmt das virtuelle Event auch dessen Termin ein: Wie gewohnt gehen die 24 Stunden von Le Mans so am zweiten Juni-Wochenende über die Bühne. Aber nicht in Le Mans, sondern im jeweiligen Zuhause der Piloten. Start des Rennens wiederum ist am Samstag um 15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ), zur gleichen Zeit am Sonntag fällt die Zielflagge. Verfolgen kann man das Event unter anderem im von Motorsport.tv bereitgestellten Livestream, der die gesamte Renndauer mit Bewegtbild und englischem Kommentar abdecken wird. Aber auch auf Europsort, auf Facebook und Youtube wird das Rennen übetragen.