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Die Karo 12 sticht 1970 – und heute?

Vor 50 Jahren geht Porsche unter die Spieler. Die vier 908/03 erhalten für die Targa Florio ganz unauffällig Kreuz, Pik, Herz und Karo als ganz besondere Kennzeichnung. GPX Racing greift nicht nur die von Wagen zu Wagen unterschiedliche Gulf-Lackierung dieser Sportprototypen 908 auf, sondern setzt 2020 sogar an Front und Heck auf die Farben der Karten. Die Saison beginnt an diesem Wochenende in Imola.

Text: Michael Petersen Foto: GPX Racing 23.07.2020 3 min

Das neu gegründete GPX Racing-Team fällt 2019 in der GT3 gleich doppelt auf. Zum einen durch die legendäre Gulf-Lackierung. Berühmt über den Motorsport hinaus wird dieses Design vor allem durch die Siege des Porsche 917 in den Jahren 1970 und 1971 sowie den Film-Klassiker »Le Mans« mit Steve McQueen. GPX Racing besticht nicht nur durch die Optik, sondern gewinnt im letzten Jahr den GT3-Saison-Höhepunkt, die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Im demnächst beginnenden GT World Challenge Europe Endurance Cup (GTWC) startet GPX Racing in den klassischen Gulf-Farben. Der Clou: Die 911 GT3 R tragen auch die Startnummern des Gulf-Porsche-Teams der Targa Florio von 1970: Das sind die »12« und die »40«. Die »36« soll bei ausgewählten Rennen hinzukommen. Selbst die Kartensymbole feiern ihr Comeback.

Werfen wir einen Blick zurück: Für die Targa Florio 1970 und das 1.000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring baut Porsche einen ganz speziellen Renner auf. Sein Name: 908/03. Acht Zylinder, 350 PS und nur 540 Kilogramm Gewicht lauten die Daten. Motor und Getriebe rücken die Ingenieure nach vorn, und damit auch den Fahrersitz. Die Pedale liegen deutlich vor der Vorderachse. Im Training setzt Porsche einen der auf schnellen Strecken schier unschlagbaren Zwölfzylinder-917 ein. Doch auf dem winkeligen Kurs auf Sizilien ist der dem 908/03 krass unterlegen.

An der Spitze tobt wie in der ganzen Saison auch auf Sizilien ein knallharter Kampf zwischen den Porsche Spitzenmannschaften Jo Siffert/Brian Redman (Startnummer »12«, Symbol »Karo«) und Pedro Rodriguez/Leo Kinnunen (»40« und »Kreuz«). Der Finne Kinnunen fährt in diesem Rennen in der elften und letzten Runde die schnellste jemals gestoppte Targa Florio-Zeit: 33:36,0 Minuten für die 72 Kilometer lange Runde durch die Berge und drei Dörfer. Das entspricht einem Durchschnitt von 128,571 km/h. Es reicht dennoch nur zu Rang zwei hinter Siffert und Redman. Die Karo 12 sticht somit. Der 908/03 (»36« und »Pik«) mit Rallye-Weltmeister Björn Waldegaard und Richard Attwood wird Fünfter. Mitte Juni 1970 wird Attwood mit Hans Herrmann Sieger beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Mit dem 917 – und ohne Gulf-Lackierung.

GPX-Teamchef Pierre-Brice Mena kennt die Historie genau. Er sagt: »Wir sind sehr stolz darauf, ein halbes Jahrhundert später an die großartigen Erfolge von Porsche bei der Targa Florio zu erinnern.« Übrigens: Für den Saisonauftakt der GTWC in Imola bringt GPX Racing die Farben »Karo« und »Kreuz« an den Start.