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Der große, gelbe Vogel: Chris Haunold und sein 911 Turbo

Man muss nicht immer mit der Zeit gehen. Chris Haunold zum Beispiel legte sich just zu der Zeit einen Elfer Turbo zu, als alle (zurecht) vom PDK schwärmten. Eine Mitfahrt – und ein Gespräch darüber, wie Chris zu Porsche kam.

Text: Parker Schmidt & Marko Knab Foto: Parker Schmidt 09.06.2020 2 min

Wie das Ganze mit Porsche anfing? Mit einem Geschenk, das eigentlich für seine Frau gedacht war, lacht Chris. Das Geschenk war nämlich ein Porsche. Der gefiel dem Schenkenden selbst so gut, dass schnell eine Leidenschaft für diese Sportwagen daraus wurde. Über einen Cayenne S, einen 911 Carrera 4 und einen 944 wurde es dann irgendwann ein Turbo. Und zwar ein gelber – mit Aerodynamikpaket, aber vor allem ohne Automatik. Ein echter Handschalter, mitten in Amerikas Nordwesten. Genauer gesagt in Boise, Idaho.

»Keiner wollte ihn – ein großer, knallgelber Vogel mit Handschaltung eben! Alle liebten sie zu dieser Zeit das PDK. Und ich? Ich mochte schon immer die Turbos. Also verkaufte ich meinen Carrera 4 aus dem Jahr 2001 an einen Freund. Und legte mir dafür dann den Turbo zu.«

Der Handschalter ist aber nicht sein einziger Zuffenhausener, wie Chris während der Fahrt weiter erklärt. Neben dem Turbo auf der Straße pilotiert er auch seit Jahren auf der Rennstrecke gerne einen Elfer. Oder besser gesagt: seine Elfer.

»Ein paar Freunde meinten irgendwann zu mir: ›Wenn Du einen alten Elfer ohne Fahrhilfen gut fährst, kannst Du auch alles andere fahren.‹ Gesagt, getan: Ich kaufte mir einen 911 Carrera aus dem Jahr 1988. Aber nicht irgendeinen, sondern ein Modell, das für die Rennstrecke präpariert war. Begleitend machte ich meine Rennlizenz. Nach drei oder vier Jahren begegnete ich dann einem dieser Cup-Autos. Man wird ja nicht jünger, deshalb war die Entscheidung schnell klar: Das Auto muss her, bevor ich zu alt dafür bin!«

»Das war auch die Zeit, als mir dieser GT3 Cup unterkam. Eins von gerade mal zwölf Autos, die in dieser Grand-Am-Konfiguration hier in die USA kamen. Ein echtes Einhorn, wenn man so will! Und seither fahre ich damit Rennen.«