Das sportlichste Stickeralbum der Welt? Ein Porsche!

Von wegen Panini! Es scheint fast so, also komme das sportlichste Stickeralbum neuerdings von Porsche.

Text: Alexander Morath Foto: SSSZphoto 08.02.2019 3 min

Menschen markieren gerne ihre Besitztümer. Errungenschaften dann sowieso. Wir erinnern uns an Knutschflecke. Oder an den 14. Dezember 1911, als der Polarforscher Roald Amundsen den geografischen Südpol erschlossen hatte und als erste Amtshandlung direkt mal die norwegische Flagge ins ewige Eis rammte. Ein paar Jahrzehnte später stellte sich dann Neil Armstrong auf den Mond und dort eine Flagge auf.

Kann man machen. Solange diese doch recht aufdringliche Form des Territorialverhaltens nicht so weit geht, dass Menschen plötzlich Flaggen an Neuwagen befestigen. Dafür gibt’s immerhin schon die Fußball-Weltmeisterschaft.

Porsche Besitzer beschreiten daher einen weitaus subtileren Weg, um ihrem Eigentum den Stempel aufzudrücken. Oder besser gesagt: aufzukleben. Sie setzen nämlich auf Sticker. Also auf klassische Abziehbilder, die in unzähligen Logo-Varianten erhältlich sind und die mittlerweile viele Porsche Fahrer so stolz zur Schau stellen wie ein Bodybuilder seinen Bizeps.

Doch was steckt wirklich dahinter? Reviermarkierung? Der Wunsch nach Distinktion? Designverträgliches Tuning? Wir haben uns in der Szene mal umgehört.

TOM

»Am Ende ist es doch nur ein Stück Blech. Allerdings: mein Blech. Jeder Sticker ist daher mit Bedacht gewählt und erzählt eine sehr persönliche Geschichte über mich oder meinen Porsche. Etwa über die Historie oder Technik. Über Roadtrips, Freundschaften, abendliche Barbecues oder gemeinsames Schrauben am Straßenrand. Kurzum: Geschichten, die nur der versteht, der es selbst erlebt hat. Mein geliebtes Blech!«

RÜDIGER

»In meinem Fall hat es etwas mit Rennsport, Individualisierung und Magnus Walkers »277« zu tun. Und natürlich ist auch immer der persönliche Geschmack entscheidend. Schließlich gibt es viele Möglichkeiten, das eigene Auto zu individualisieren. Mit viel oder wenig Geld, aber am günstigsten sind eben Sticker. Aber darum geht es mir nicht. Mit jedem Aufkleber wächst der persönliche Bezug und die gemeinsame Identität. Es ist also keine geldwertmäßige Investition, sondern viel mehr eine persönliche. Die Sticker auf meinem Porsche erinnern mich daran, wo ich schon überall gewesen bin und welche Momente ich mit wem geteilt habe. Es ist ein lebendiger Prozess, der hoffentlich niemals enden wird.«

MARC

»Ein Sticker auf meinem Porsche? Gerne. Dafür muss aber eines dieser Kriterien erfüllt sein:

  1. Das Design spricht mich an.
  2. Ich habe zu der Firma bzw. dem Sticker-Label einen persönlichen Bezug.
  3. Ich möchte etwas vertuschen. Rost oder Lackkratzer zum Beispiel. Oder einen unschön befestigten Innenspiegel (lacht).«