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Bitte Platz nehmen! Porsche Nr. 1 Roadster und Vitra DAW

Was ein Porsche mit einem Stuhl zu tun hat? Nichts. Das gilt aber nur auf den ersten Blick. Nehmen wir den Zeitgeist als Klammer. Und da hat der Sportwagen seit 1948 seinen Platz gefunden. Dasselbe gilt für den Vitra DAW.

Text: Michael Petersen Foto: Porsche 07.06.2019 1 min

»Ob Wagenheber oder Raumstation, das Ding muss funktionieren, und zwar bestmöglich.« Der Designer Victor Papanek schrieb diesen Satz 1968. Wir wissen nicht, ob er in diesem Zusammenhang auch an einen Porsche oder an so schöne wie zweckmäßige Sitzgelegenheiten von Vitra gedacht hat. Aber wir wissen, dass sich eine weitere Aussage des Design-Philosophen gewiss nicht auf Produkte wie diese bezieht: »Es gibt Berufe, die mehr Schaden anrichten als der des Designers. Aber viele sind es nicht.«

Wie schön, dass Ferry Porsche ebenso sehr auf das Äußere wie Innere Wert gelegt hat wie Ray und Charles Eames. Es ist bestimmt ein Zufall, dass der Porsche 356 Nr. 1 Roadster und der Vitra DAW beide aus dem Jahr 1948 stammen. Aber ist es nicht aufregend, dass diese markanten Arbeiten Maßstäbe in Sachen Design gesetzt haben?

Auch die Technik setzt Wegmarken. Mit der Entwicklung von Polyesterharz wurde die körpergerechte Sitzschale möglich. Der DAW ist nicht nur der erste seriell hergestellte Kunststoffstuhl, sondern längst zu einem Klassiker geworden. Von einem »Stuhl des Jahrhunderts« ist im Fall des Werks des Ehepaars Ray und Charles Eames oft die Rede. Widerspricht jemand, wenn ein Porsche als Sportwagen des Jahrhunderts bezeichnet wird?