Bauhaus-Crashkurs mit dem Porsche Cayenne Turbo

Die Bauhaus-Leute rund um Walter Gropius haben nicht nur Architektur, Kunst und Design, sondern auch die Fotografie geprägt. Was genau Bauhaus in der Fotografie bedeutet, lesen Sie in unserem kleinen Crashkurs. Netterweise hat sich ein Porsche Cayenne Turbo als Model zur Verfügung gestellt, an dem sich die Grundprinzipien der Bauhaus-Fotografie wunderbar demonstrieren lassen.

Text: Natalie Diedrichs Foto: SSSZphoto 14.02.2019 3 min

Die Heimwerker-Eselsbrücke

Für alle, die denken, dass Bauhaus ein Baumarkt mit einer gut sortierten Schraubenabteilung ist: stimmt. Und besagtes Bauhaus ist auch gar nicht so weit von dem anderen Bauhaus entfernt. Denn die typische Baumarktwand (Hämmer, Nägel, Schraubenzieher) hat einen ähnlichen geometrisierenden Effekt, den früher auch László Moholy-Nagy und seine damalige Frau Lucia Moholy in ihren Fotografien erzeugten: Diagonalen, groß, klein oder separiert in einem bestimmten Fach – kann man sich gut merken.

Sehen ist nicht gleich Sehen

Man unterscheidet verschiedene Arten des Sehens: Das eine ist das soziale Sehen. Es ist ein instrumentelles Sehen, um seinen Alltag zu bewältigen. »Ich brauche dies, ich brauche das« – das Sehen erfüllt also einen bestimmten Zweck. Dann gibt es noch das ästhetische Sehen. Es erfüllt keine Funktion, sondern man nimmt einfach etwas wahr, lässt es auf sich wirken.

Bloß keine Kunstfotografie!

Die Fotografie war bis in die Zwanziger sehr von der Malerei beeinflusst. Man hat ein Porträt fotografiert und sah dann zu, dass es wie ein Gemälde wirkte. Das passte den Bauhaus-Leuten aber nicht mehr. Sie konzentrierten sich stattdessen auf die technischen Vorzüge der Fotografie, die zum Beispiel Momentaufnahmen ermöglichen oder die Fähigkeit, Fotos abzudrucken. Die Bauhäusler wollten sich mit allen Mitteln von der Kunstfotografie distanzieren. Deshalb etablierten sie neben dem »Sozialen Sehen« und dem »Ästhetischen Sehen« auch den Begriff »Neues Sehen«.

Die Bauhaus-Perspektive

In der Bauhaus-Fotografie geht es um die Befreiung des Sehens: Die Fotografen legen sich hin und schauen nach oben oder stellen sich irgendwo drauf und schauen nach unten – Hauptsache, die Perspektive ist spannend. Übrigens: Bauhaus war nicht nur ausschließlich Schwarz-Weiß-Fotografie. Anfangs zwar schon, aber das lag eben nur daran, dass der Farbfilm erst ab 1930 massentauglich wurde.

Und wer sich die Werke der »echten« Bauhaus-Künstler mal ansehen will: Die Ausstellung »Bauhaus in der Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst« läuft noch bis zum 10. März 2019 im NRW-Forum in Düsseldorf. Die komplette Reisegeschichte mit dem Cayenne Turbo nach Düsseldorf steht in der ramp#45.