Die Musterknaben. Oder: Auf den richtigen Bezug kommt es an.

Die Musterknaben. Oder: Auf den richtigen Bezug kommt es an.

Warum kommt ein James Marsden so stilsicher auf dem roten Teppich daher? Weil ihn Ilaria Urbinati einkleidet. Ebenso wie Bradley Cooper oder Chris Evans. Die Stylistin ist selbst so etwas wie ein Star. Und hat ihren ganz eigenen Blick auf die Sportwagen von Porsche. Bei ihr zählen nämlich die inneren Werte. Die richtigen Sitzbezüge, zum Beispiel.

Text: Bernd Haase Foto: Porsche 09.01.2019 3 min

So ein Musterknabe hat’s nicht leicht. Da macht er also alles, aber auch wirklich alles richtig, entzückt Lehrer, Vorgesetzte und ähnliche übergeordnete Instanzen – und bekommt dafür von der allerhöchsten deutschen Sprachinstanz, dem Duden, ein »Streber« als Synonym verpasst.

Hat er nicht verdient, der Musterknabe. Echt nicht. Gut, dass es noch so etwas wie Wikipedia gibt. Die Netz-Community bescheinigt dem Kerl immerhin, dass er sich zu benehmen weiß, dass er gebildet ist, vornehm und höflich. Schon besser. Und spätestens seit Volkswagen 2006 seinen Crafter mit zwei ganz speziellen Musterknaben werbemäßig eingeführt hat, weiß man, dass dieses wohlfeile Bürschchen auch eine Portion Augenzwinkern verträgt.

Die Musterknaben. Oder: Auf den richtigen Bezug kommt es an.

Und was hat das Ganze jetzt mit Porsche zu tun? Um ehrlich zu sein: nicht ganz so viel. Einerseits. Andererseits: So ein echter Zuffenhausener ist in Sachen Sportlichkeit und Eleganz durch und durch mustergültig, wobei er auch mal ganz gerne über die Stränge schlägt. Und von den inneren (Design-)Werten sind viele Porsche-Modelle seit Jahrzehnten Musterknaben im besten Sinne: mit ihrem Sitzdesign.

Glauben Sie nicht?

Dann schauen Sie sich mal diese mustergültigen Exemplare an. Ausgesucht hat sie die Hollywood-Fashion-Stylistin Ilaria Urbanati. Die stattet in der Regel menschliche Stars wie Ryan Reynolds, James Marsden oder Dwayne »The Rock« Johnson aus. Jetzt hat sie zusammen mit Ivo van Hulten, Leiter des Interieur Design Studio von Porsche, und Cornelia Rosenbohm, Porsche Expertin im Bereich Colour und Trim, ihre fünf automobilen Stilikonen in Sachen Sitzbezug ausgesucht:

Die Musterknaben. Oder: Auf den richtigen Bezug kommt es an.

Der 901 mit der Fahrgestellnummer 57 aus dem Jahre 1964, der (zum Glück) in einer Scheune nahe Berlin gefunden und restauriert wurde, beeindruckt passend zum Fundort mit einem kontrastreichen Hahnentrittmuster. Und ist damit bis heute modern. Und wie!

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Klassisch schottisch und doch wie ein kleiner Punkrock gibt sich das einstige Modell von Louise Piëch, ein 911 Turbo von 1974. Der Wagen der Malerin, die auf strahlende Farben stand, rockt in auffällig blau-rotem Tartan-Muster.

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Psychedelischer geht es im 911 Targa SC von 1981 zu. Schwarz trifft auf Navy-Blau. Und wer länger hinschaut, lässt sich vom »Pascha«-Design hypnotisieren: der Checkered Flag aus dem Rennsport.

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Ein Gentlemen’s Club auf Rädern ist hingegen der 928, ebenfalls aus den 80ern. Leder trifft auf ein klassisches Streifenmuster. Ferry Porsche war so begeistert, dass er die Kopfstütze per Schriftzug veredelte.

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Am feierlichsten schließlich geht es im G-Modell zu, dem letzten gebauten 3,2-Liter-911 zu: Gefertigt im Jahr der deutschen Einheit wirft er sich standesgemäß in Nadelstreifen, Weiß auf Kastanienbraun.