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Alter Lego: Dominic Fraser stellt Porsche Momente nach

Weil er die echten Sportwagen aktuell nicht vor seine Kamera bekommt, behilft sich Automobilfotograf Dominic Fraser mit den Lego-Versionen von bekannten Porsche Boliden. Und erzählt ikonische Momente der Marke nach. Wir schauen dem Briten bei der Expedition in seine persönliche »Stein-Zeit« über die Schulter.

Text: Marko Knab Foto: Dominic Fraser 25.05.2020 2 min

Wenn das Leben einem (Lego-)Steine in den Weg legt? Dann baut man sich einen Porsche daraus. Und fotografiert ihn. So wie Dominic Fraser: Der Automobilfotograf darf aufgrund des Lockdowns wie viele andere nicht reisen und kann daher seiner Arbeit nicht wie gewohnt nachgehen. Also geht er ihr auf ungewohnten Wegen nach: mit Porsche Modellen aus der Lego Speed Champions-Reihe. Sie komponiert er zu bekannten Momenten der Marke aus Zuffenhausen nach. Seine Vorbilder: Action-Aufnahmen des 911 Turbo, 917 KH oder 919 Hybrid.

Der Brite bildet sie mit Wissen und besonderem Augenmerk für die Details in der Lego-Welt akribisch nach. »Der konzeptionelle Prozess war viel umfangreicher, als ich das von der Fotografie echter Autos gewohnt bin: Im echten Leben fotografiert man wesentlich spontaner«, erinnert sich Fraser an die selbst auferlegte Challenge. Neben dem Boxenstopp eines 919 Hybrid in Le Mans und dem Mitzieher eines 911 RSR setzte er den fliegenden 930 Turbo aus einer Werbekampagne auf seine persönliche Liste. Der Claim seinerzeit: »One ride and you’ll understand why most rocket scientists are German.«

Um dieses Motiv im Miniaturmaßstab zu realisieren, nutzte Fraser eine Halteschnur für den Lego-Turbo, die er anschließend aus dem Bild herausretuschierte. Die vom Sprung entlasteten Räder wiederum sind keine Retusche. Sie realisierte Fraser mithilfe eines doppelten Bodens. Selbstredend, dass der Perfektionist anschließend auch den fliegenden Schotter mit Miniatur-Split und dem Blasebalg seiner Kamera nachstellte.

Ähnlich aufwendig die Fahraufnahme des 917 KH im Salzburg-Design: Die Originalaufnahme entstand vergangenes Jahr beim »Goodwood Festival of Speed«. Für die Miniatur-Lego-Version inszenierte Fraser ein Car-to-Car-Shooting: Wie bei einer realen Fotoproduktion platzierte er die Kamera auf einem vorausfahrenden Wagen, der sich dank einer Verbindungsschnur gleich schnell wie der 917 bewegte. Zusammen mit einer längeren Belichtungszeit entsteht beim Betrachter so der Eindruck von Geschwindigkeit.

Bleibt nur noch die Frage: warum gerade Porsche? Der Grund ist ein Treffen mit Walter Röhrl im Jahr 1991, das Fraser bis heute nicht vergessen hat: »Wir machten Fotos in der Motorsport Arena Oschersleben und brauchten ein paar Aufnahmen aus einem 964 Rennwagen heraus. Walter war gerne bereit, mich herumzufahren – die Geschwindigkeit und den Sound werde ich nie vergessen.« Und das beweist er regelmäßig mit der Kamera.