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Aller schnellen Dinge sind drei: Porsche 911 GT2 RS

Vor gut drei Jahren stellte Porsche den 911 GT2 RS vor. Inzwischen ist die Produktion eingestellt und eine neue Modellgeneration hat Einzug gehalten. Ein Grund zum Trauern? Nein, ein Grund, den Über-Elfer zu feiern! Fünf Fakten, die erklären, warum der GT2 RS auch mehr als drei Jahre nach seinem Debüt noch etwas ganz Besonderes ist.

Text: Alfred Rzyski Foto: Michael Haegele 07.07.2020 3 min

Ein real-digitales Debüt

Dass der 911 GT2 RS kommen würde, wusste man 2017 schon sicher. Wie er kam, war dann aber doch eine Überraschung: Anstatt bei einer eigenen Präsentation rollte der Über-Elfer plötzlich bei der Vorstellung des Rennspiels »Forza 7« im Juni 2017 auf die Bühne. Anstatt bei einem Autosalon also das Debüt bei der Spielemesse »E3«. Warum? Als Coverheld des Spiels markierte er damals einen Neubeginn für Zuffenhausen, brach nach mehr als zehn Jahren Exklusiv-Vertag mit »EA« nun ein neues »digitales Zeitalter« bei Porsche an.

Der stärkste Neunelfer aller Zeiten

Als der 911 GT2 RS kurz darauf beim Goodwood Festival of Speed mit seinen genauen Leistungsdaten vorgestellt wurde, war schnell klar: Mit 700 Pferdestärken, die alleine die Hinterachse bearbeiten, ist das der stärkste Porsche 911 mit Straßenzulassung. Aller Zeiten. Unumstritten. Wer doch Zweifel hatte, den überzeugten die 2,8 Sekunden von null auf hundert und die Spitzengeschwindigkeit von 340 km/h.

Im GT2 RS steckt Raumfahrttechnik

Klar, man könnte bei 2,8 Sekunden bis zur magischen Hundertermarke von einem Raketenstart sprechen. Ist aber ein bisschen zu einfach. Denn die Parallelen des GT2 RS zur Raumfahrt gehen über die große Beschleunigung hinaus und reichen bis zur Technik. Nicht nur die NACA-Lüftungsschlitze auf der Motorhaube hat sich der GT2 RS bei der NASA (beziehungsweise deren Vorgänger) geborgt, auch das Titan an der Auspuffanlage stammt aus der Raumfahrt. Darf es noch ein bisschen mehr Raketenwissenschaft beziehungsweise weniger Gewicht sein? Dann ordert man das »Weissach-Paket« mit Titan-Überrollkäfig.

Ein echtes Basismodell

Dass der GT2 RS eigentlich ein Rennwagen mit Straßenzulassung ist? Steht nicht zur Diskussion. Genauso wenig, dass er eigentlich kein Einsteigerfahrzeug ist. Ein großartiges Basismodell ist er trotzdem. Wenig verwunderlich, dass die Ingenieure auf der Suche nach einer Basis für die moderne Neuauflage des ikonischen 935 »Moby Dick« deshalb auch bei ihm fündig wurden. Mit veränderter Karosserie, ebenfalls 700 PS und gigantischem Heckflügel nennt der auf 77 Stück limitierte Ableger im Gegensatz zum GT2 RS allein die Rennstrecke seine Heimat.

Herr des Rings

Dass Lars Kern bei seiner Rekordfahrt am Steuer des 911 GT2 RS MR an »Herr der Ringe« gedacht hat, ist eher unwahrscheinlich. Und trotzdem ist die von »Manthey Racing« vorbereitete Version des GT2 RS ziemlich genau das. Zumindest wenn man von der Nürburgring-Nordschleife spricht, die als schwierigste und forderndste Rennstrecke überhaupt gilt. Mit 6:44,749 Minuten hält der Porsche Test- & Rennfahrer dort nämlich den Rekord für straßenzugelassene Sportwagen. Schon seit gut anderthalb Jahren. Unangefochten.