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Aerotik made in Zuffenhausen

Flügel verleiht nicht nur eine österreichische Brause, sondern auch Porsche. Beweist jüngst wieder das Aerokit für den aktuellen 911. Dabei sind Sportwagen aus Zuffenhausen schon länger für raffinierte Aerodynamik bekannt – unsere Top Five der strömungstechnisch besonders ausgereiften Porsche.

Text: Alfred Rzyski Foto: Porsche 18.02.2020 3 min

Porsche 550 (1956)

(K)ein Brett über dem Kopf: 1956 lässt der Privatier Michael May bei der Qualifikation für die 1.000 Kilometer am Nürburgring aufhorchen. Der in Stuttgart geborene Schweizer fährt in der Qualifikation mit einem geflügelten 550 Spyder auf die vierte Startposition und lässt dabei sogar den amtierenden Formel 1-Weltmeister Juan Manuel Fangio hinter sich. Gleiches gilt auch für die Werkswagen aus Zuffenhausen, die nicht über die selbstgebaute Strömungshilfe verfügen. Für das Rennen muss er nach Protesten der Konkurrenz den Flügel abmontieren und fällt später sogar mit technischen Problemen aus. Doch der gigantische Spoiler erweist sich als geniale Idee. Die macht nämlich nicht nur Mays 550 schneller, sondern schickt auch seine Karriere auf die Überholspur: Später arbeitet er als Ingenieur in Zuffenhausen, Untertürkheim – aber auch in Maranello. Und bringt sein Konzept sogar in die Formel 1.

911 2.7 RS (1972)

Von wegen lahme Ente: Der 2.7 RS ist erste Serien-911 mit einem in die Karosserie integrierten Spoiler. Der zeigt sich dabei optisch, vor allem aber aerodynamisch als ausgereift. Gut so – denn bei den 210 PS Leistung des RS 2.7 sind Anfang der 1970er-Jahre ein feiner Gasfuß und vor allem ausreichend Bodenhaftung gefragt. Nebenbei begründet der 2.7 RS mit dem legendären »Entenbürzel« auch noch eine Ahnenreihe, die sich bis heute zum GT3 fortsetzt.

Porsche 956 (1982)

Zurück an die Decke: Der 956 aus dem Jahr 1982 kann zwar nicht wie andere berühmte Fahrzeuge aus den 1980ern durch die Zeit reisen, aber bei 321,4 Kilometern pro Stunde an der Decke eines Tunnels fahren. Dann wiegt der von seinen Flügeln und dem Unterboden generierte Abtrieb nämlich die 820 Kilogramm Gewicht komplett auf. Ebenfalls dank ausgefeilter Aerodynamik möglich: eine bis dahin nicht gesehene Siegesserie bei den 24 Stunden von Le Mans. Die dauert – Weiterentwicklung 962 eingerechnet – bis 1987.

911 Turbo (2014)

Aller guten Dinge sind drei: gilt auch für die Modi des beweglichen Frontsplitters beim 991.1 Turbo. Der erste Elfer mit aktiver Aerodynamik kennt nämlich nicht nur den bewährten und beweglichen Heckspoiler, sondern setzt auch an der Front auf das Prinzip der Anpassung. Je nach Fahrsituation wird die Lippe an der Front nämlich ein- oder ausgefahren oder geht in den Speed-Modus, bei dem nur der äußere Bereich hervortritt. Letzterer garantiert dabei möglichst wenig Luftwiderstand mit gleichzeitig möglichst viel Abtrieb.

Taycan (2019)

Da bleibt uns die Luft weg: Mit einem cW-Wert von gerade mal 0,22 hat der Taycan Turbo den geringsten Luftwiderstand aller aktuellen Porsche Modelle. Die Trümpfe des Stromers: der vollverkleidete Unterboden mit Diffusor, die aktive Aerodynamik und eine ebenfalls adaptive Federung. So bleibt die Stirnfläche möglichst klein. Außer es geht auf die Rennstrecke, denn dann wird auf maximale Leistung und Abtrieb umgeschaltet.