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911slateofgrey: »Schiefergrau ist nicht einfach nur ein Grau!«

Beruflich hat er mit Farben zu tun. Dass er dann einen grauen Elfer fährt? Nur logisch, denn das Schiefergrau seines 911 GT3 Touring ist nicht nur historisch, sondern auch optisch etwas Besonderes. Was das mit Hamburg, einem gulfblauen G-Modell, Steve McQueen und einem lindgrünen Targa zu tun hat, verrät uns »911slateofgrey« im Interview. Und natürlich auch, was es mit seinem Instagram-Namen auf sich hat.

Interview: Marko Knab Foto: Jann Karrasch 25.06.2020 6 min

Viele kennen Dich unter Deinem Instagram-Namen »911slateofgrey«. Wer ist denn die Person dahinter?

Tatsächlich ein Unternehmer und Porsche-Enthusiast aus Hamburg, der gerne im Hintergrund bleiben möchte … (lacht)

Was steckt eigentlich hinter dem Namen? Die Farbgebung Deines Elfers? Uns hat der Name an einen nicht ganz jugendfreien Film aus der jüngeren Vergangenheit erinnert …

Alles fing mit einer Wette zwischen mir und meinen beiden Söhnen im Sommerurlaub an: »Papa, Du hast ja keine Ahnung von Instagram«, haben sie gesagt. »Wir werden sehen«, hab ich geantwortet. Und mich dann ein wenig damit beschäftigt. Schwupps, plötzlich war eine ganz ordentliche Reichweite da und meine Jungs haben nicht schlecht gestaunt! (lacht)

Zu Beginn gab es einen etwas phantasielosen Namen, den ich später dann zu »911slateofgrey« geändert habe. Der Grund hinter dem Namen ist, dass Schiefergrau nicht einfach nur ein Grau ist. Bei unterschiedlichen Licht- und Schattenwirkungen hat es nämlich viele feine Nuancen, mal kommt es grünlich, ein andermal bräunlich daher. Deshalb die Anspielung – und vor allem alles absolut jugendfrei! (lacht)

Warum gerade diese Farbe? Gibt es da einen bestimmten Grund oder ein Vorbild?

Ja absolut! Vorbild war dieser 911R aus Frankreich in »Slategrey«, der 2017 bei Sotheby´s Paris versteigert wurde. Und einen 911 GT3 Touring rund um die Legende Steve McQueen zu konfigurieren hat mich einfach begeistert.

Auf der Türschwelle Deines Elfers lesen wir ja auch das Zitat von Steve McQueen aus »Le Mans«: »Racing is life ...«. Ist Steve McQueen auch einer der Gründe für Deine Porsche Leidenschaft? Oder gibt es da noch ganz andere?

Steve McQueen als Grund war nicht so entscheidend. Ein feiner Bezug, aber mehr auch nicht, würde ich sagen. Vielmehr war es, wie bei vermutlich vielen anderen auch, die Leidenschaft, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen.

Provokativ gefragt: Warum lässt man sich diesen ikonischen Spruch auf der Türschwelle anbringen und fährt dann einen GT3 Touring anstelle des noch kompromissloseren GT3 RS?

Für einen GT3 RS reichen meine Fahrkünste nicht, außerdem hätte es zu Hause Stress gegeben, wäre ich mit einem riesigen Flügel in unsere Garage gefahren! (lacht) Ich bin alles andere als ein Rennfahrer, der Spruch war für mich in dem Fall lediglich die kompromisslose Umsetzung dieses besonderen 911R als Blaupause.

Was unterscheidet für Dich einen Porsche von anderen Fahrzeugen? Und was macht Deinen Porsche besonders?

Im Vergleich zu einem Ferrari oder Lamborghini hat ein Porsche diese Spur mehr Zurückhaltung. Das gefällt mir. Trotzdem ist er dabei ein sehr aufregender Sportwagen. Und der GT3 Touring ist für mich der optimale Mix von Sportlichkeit und Understatement. Was ihn besonders macht? Für mich die Story um den 911R, der da als Vorbild gedient hat. Ganz persönlich zumindest!

Besitzt Du neben dem schiefergrauen GT3 Touring noch weitere Porsche?

Ja, in meinem Feed gibt es noch den lindgrünen Targa. 2018 bin ich bei Porsche in den Showroom gelaufen und habe mich sofort in diese Farbe verliebt. Außerdem hatte ich gerade auch mein 991.1 Cabrio für den GT3 geopfert. Also habe ich nicht lange gefackelt und mir während der fast einjährigen Wartezeit auf den GT3 noch vorher den lindgrünen Targa gegönnt. Vor Kurzem habe ich mich auch noch für einen weiteren Elfer entschieden. Ein 87er G-Modell als Backdate zum F-Modell. Ein »1972 in Gulfblau«. Das Projekt ist noch ganz frisch und aktuell gerade bei Fineeleven in Arbeit.

Warum sind Deine beiden anderen Elfer im Vergleich zum GT3 Touring so farbenfroh?

Ich habe auch beruflich mit Farben zu tun und erfreue mich an klassischen Farbelementen. Lindgrün und Gulfblau sind natürlich ein ziemlicher Kontrast zu Schiefergrau. Alle drei wiederum sind aber Uni-Farben und haben einen Bezug zueinander: Gulfblau und Lindgrün stammen beide aus den Jahren 1972 und 1973. Gulfblau wiederum nimmt den Bezug zum Schiefergrau um das Thema Le Mans auf … ihr wisst schon: das Arbeitsgerät von Steve McQueen im Film …

Hast Du unter Deinen drei Porsche auch einen Favoriten?

Der GT3 Touring ist schon etwas Besonderes. Aber ich erfreue mich auch jeden Tag am farbenfrohen Targa. Sehr gespannt bin ich natürlich auch auf das fertige Backdate, das sicher auch etwas ganz Spezielles wird!

Deine Lieblingstour mit dem Porsche in und um Hamburg?

Alles um den Hafen und die Speicherstadt gefällt mir. Das ist zum Cruisen einfach perfekt.

Sag uns zum Abschluss: Warum passt ein Elfer besonders gut nach Hamburg?

Ein Neunelfer passt einfach perfekt zur etwas zurückhaltenden Hansestadt. Ich denke, aus ganz ähnlichen Gründen wie oben schon erwähnt. Ich würde mir nur wünschen, wir wären etwas farbenfreudiger. Zu viele Elfer in Schwarz und Weiß für meinen Geschmack. Nur Mut zur Farbe, Jungs und Mädels! (lacht)